Didier Deschamps

© APA/AFP/FRANCK FIFE

Frankreich
06/15/2016

Frankreichs Angstgegner ist die zweite Hürde

Albanien blieb in den letzten beiden Duellen gegen das Nationalteam des Veranstalters ungeschlagen.

Marseille soll endlich auch sein Fußball-Fest bekommen. Frankreichs Nationalteam will sein Albanien-Trauma besiegen und in der ehemaligen sportlichen Heimat von Teamchef Didier Deschamps und des neuen Fußball-Helden Dimitri Payet nach Tagen der Hooligan-Gewalt für eine friedliche EM-Party sorgen. Im Stade Vélodrome von Marseille wartet allerdings der vermeintliche Angstgegner. Und der schlägt auch jetzt wieder forsche Töne an.

"Dem Gastgeber eins auszuwischen, wäre natürlich auch geil. Das spukt in unseren Köpfen am ehesten rum", sagte Albaniens Abwehrspieler Mergim Mavraj vom 1. FC Köln vor dem Duell an diesem Mittwoch (21 Uhr). "Wir haben gezeigt, dass wir keine Angst vor großen Teams haben", sagte Amir Abrashi von Bundesliga-Aufsteiger Freiburg: "Ich denke, wir können ein positives Ergebnis erzielen."

Das gelang den Albanern in den vergangenen zwei Jahren schon zwei Mal gegen die Franzosen. Im November 2014 trotzten sie dem EM-Gastgeber ein 1:1 in Rennes ab, ein Jahr und zwei Tage vor dem Rendezvous in Marseille gewann Albanien 1:0 daheim. "Wir haben zwei Mal in zwei Jahren gegen sie gespielt und sie nicht geschlagen", erinnerte Deschamps. "Es wird ein schweres Spiel, aber wir haben eine Rechnung offen", betonte Mittelstürmer Olivier Giroud.

Tiefpunkt für Payet

Die Niederlage vor einem Jahr war einer der Tiefpunkte in der bisherigen Deschamps-Ära als Trainer der Équipe tricolore. Lustlos, ideenlos – auch Payet, der wurde danach eine Zeit lang nicht wieder ins Nationalteam berufen. Nie schien der mittlerweile 29-Jährige weiter weg von der EM als an jenem Abend in Albanien.

Nie war Payet wichtiger für die Franzosen als jetzt, zumal die vermeintlichen Stars Paul Pogba und Antoine Griezmann gegen die wie Albanien defensiv starken Rumänen enttäuschten und wirkungslos blieben. Im Lager der Franzosen ist die Zuversicht aber groß, dass die beiden schnell in EM-Form kommen. "Wir wissen, dass er zu Außergewöhnlichem fähig ist", sagte Mittelfeld-Mann Blaise Matuidi über Pogba.

Notfalls kann Deschamps aber auch auf Bayerns Kingsley Coman zwei Tage nach dessen 20. Geburtstag zurückgreifen. Im Geheim-Training ließ der Franzosen-Coach jedenfalls nach Informationen der Sportzeitung L’Équipe ein 4-2-3-1-System ohne Griezmann und Pogba, dafür aber mit Coman und Anthony Martial auf den offensiven Außenpositionen und Payet in der Mitte, üben. "Wir müssen mehr riskieren", meinte Matuidi.

Das alles könnte viel Ungemach für die Albaner bedeuten. Zumal ihr italienischer Trainer Gianni De Biasi auch noch auf Kapitän und Abwehrchef Lorik Cana wegen einer Gelb-Roten Karte aus dem Spiel gegen die Schweiz (0:1) verzichten muss.

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