Genug geübt: Für Marko Arnautovic (li.) und David Alaba beginnt am Dienstag der Ernstfall.

© APA/ROBERT JAEGER

EURO 2016
06/13/2016

Das ÖFB-Team ist heiß auf den EM-Auftakt

Am Dienstag geht die EURO für Österreich mit dem Spiel gegen Ungarn los. Ein voller Erfolg in Bordeaux könnte schon das Ticket für das Achtelfinale sein.

von Alexander Strecha, Andreas Heidenreich

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss: Gruppe F.

Das Alphabet bestimmt, dass Österreich am Dienstag (18 Uhr/live ORFeins) in Bordeaux mit dem Auftaktspiel gegen Ungarn ins EM-Turnier einsteigt. Die ÖFB-Auswahl gilt dabei als Favorit und könnte mit einem Sieg über die Truppe des deutschen Trainers Bernd Storck schon zum Auftakt einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale machen.

Drei Punkte gegen Ungarn wären gleichbedeutend mit dem ersten EURO-Sieg für eine österreichische Mannschaft überhaupt; es wäre zudem der erste Triumph bei einer Endrunde seit dem 2:1 über die USA bei der WM 1990.

Bestens vorbereitet

Lange hat sich das Team auf dieses Spiel vorbereitet, die Camps boten perfekte Bedingungen, den Spielern wurde jeder Wunsch von den Augen abgelesen, wie sie selbst im Laufe der vergangenen Woche in Mallemort zugaben. Der möglichen Langeweile wurde mit einer Palette an Freizeitmöglichkeiten entgegengewirkt. Die Spieler können im Hotel Moulin de Vernègues zwischen Darts, Bogenschießen, Playstation, Tischtennis und dem Wellness-Bereich wählen.

Noch nie zuvor wurde ein österreichisches Nationalteam dermaßen abgeschottet wie unter Teamchef Marcel Koller in der Schweiz und nun in Frankreich. Vonseiten des ÖFB wurde alles unternommen, damit Betreuer und Mannschaft sich in Ruhe auf die Aufgaben vorbereiten können. "Es gibt keine Ausreden", gibt Martin Harnik offen zu. "Jetzt müssen wir unseren Teil beitragen und abliefern", sagt Koller im Bewusstsein, dass seine Elf heute ebenso funktionieren muss wie in der erfolgreichen Qualifikation, um einen vollen Erfolg zu erzielen.

Lagebericht aus Bordeaux:

Doch die beste Vorbereitung kann die Ungewissheit vor dem berühmten ersten Spiel im Turnier nicht völlig ins Abseits stellen. Vor dem Duell mit den Ungarn bleiben dennoch einige Fragen offen.

Wie geht das Team mit dem Druck um?

"Viele von uns spielen in Top-Ligen und haben schon große Spiele absolviert", weiß David Alaba, der Champions-League-Sieger. Er meint, dass man die fehlende Turnier-Erfahrung nur bedingt geltend machen könne. "Ich glaube, dass wir mittlerweile sehr gut mit der Verantwortung umgehen können", meint Julian Baumgartlinger. Österreich schlüpft gegen die Ungarn in die Favoritenrolle, bei den Fans wäre alles andere als ein Sieg schon eine kleine Enttäuschung. "Wir können die Erfahrung nicht herbeizaubern, daher wollen wir uns damit nicht zu viel beschäftigen", versicherte Koller. Dennoch wurde gemeinsam mit dem Team-Psychologen Thomas Graw in Gruppensitzungen dieses Thema mental bearbeitet.

Wie nervös ist das Team vor dem EM-Start?

"Natürlich verspürt man eine gewisse Nervosität", gibt Baumgartlinger offen zu. "Aber das gehört zum Fußball dazu." Vor allem schärft Nervosität die Sinne. Koller: "Wir sind jetzt seit viereinhalb Jahren mit den Spielern zusammen und haben sie so eingestellt, dass sie niemanden unterschätzen werden." Auch die Ungarn, die Nummer 20 der Welt, nicht.

Sind alle voll fit?

Lediglich hinter Marc Janko stand noch ein kleines Fragezeichen, in den vergangenen Tagen wurde jedoch von allen Seiten versichert, dass den Torjäger kein Muskel mehr zwickt und sein Einsatz ungefährdet sei. Alternativen wären Okotie oder Sabitzer.

Welche Taktik gibt Koller aus?

Der Schweizer mahnt zur Vorsicht: "Die Ungarn sind sehr gut organisiert, stehen defensiv gut, spielen gute Konter und sind bei Standards gefährlich." Zlatko Junuzovic fordert, mit Mut zu Werke zu gehen. Der Test gegen Deutschland hat offenbart, dass die Ungarn fehlerhaft in der Defensive agieren, wenn sie unter Druck gesetzt werden.

Durchaus möglich daher, dass Alaba wieder offensiver agiert und Koller praktisch ein 4-1-4-1 spielen lässt, in dem Baumgartlinger im Zentrum absichert: "Für mich ändert sich nichts, ich versuche immer die Balance zwischen Offensive und Defensive zu halten." Junuzovic kann Dienstag, 18 Uhr, nicht mehr erwarten: "Wir sind heiß, so wie unsere Fans. Wir freuen uns, dass es endlich losgeht."

Mögen die europäischen Spiele nun endlich auch für Österreich beginnen.

Österreich auf Rang zwei bei den Europameister-Wetten

Die eindrucksvolle EM-Qualifikation – kombiniert mit der Euphorie in Österreich rund um das Nationalteam – schlägt sich auch beim Wettverhalten nieder.

Bei Wettanbieter tipp3 gingen 19 Prozent aller bisherigen Europameister-Einsätze auf Österreich (Quote 30). Die Koller-Elf rangiert damit hinter Deutschland (28 Prozent der Einsätze) auf Platz zwei, noch klar vor Gastgeber Frankreich (12 Prozent).

Die Mehrheit (85 Prozent) glaubt, dass Österreich die Gruppe übersteht, kurioserweise tippt der gleiche Prozentsatz darauf, dass Österreich nicht ins Viertelfinale kommt. 55 Prozent sehen Portugal als Gruppensieger.

Bleiben noch die Einsätze auf die Gruppenspiele: Beim Auftaktspiel sind sich derzeit 82 Prozent der Kunden sicher, dass Österreich die Ungarn in Bordeaux besiegt. Im Gegensatz dazu steht Spiel zwei gegen Portugal: 80 Prozent der Einsätze entfallen auf den Gruppenfavoriten.

Im letzten Gruppenspiel gegen Island glauben dagegen wieder mehr als 80 Prozent der Wetter auf einen rot-weiß-roten Sieg.

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