Anghel Iordanescu führte Rumänien ins Viertelfinale der WM 1994.

© APA/AFP/DANIEL MIHAILESCU

EM-Starter, Teil 20
06/05/2016

Der Star der Rumänen ist der Trainer-General

Nur Anghel Iordanescu erinnert an die goldenen Zeiten des WM-Viertelfinales 1994.

von Günther Pavlovics

Der Teamchef hat einen klingenden Namen: Anghel Iordanescu ist bereits 66 Jahre alt und seit Oktober 2014 schon zum dritten Mal in diesem Amt. Mit seinem Namen übermannen nicht nur die rumänischen Fans nostalgische Gefühle. 1994 war er erst ein Jahr im Amt und führte die Mannschaft ins Viertelfinale der WM. Er hatte Spieler wie Hagi, Petrescu oder Popescu. Solche Kaliber von internationalem Kicker-Format fehlten ihm aber schon 2002 in seiner zweiten Amtszeit. Jetzt sagt er: "Wir haben keine Superstars mehr. Wenn ich einen Rafinha oder Dani Alves hätte, dann wären einige jetzt nicht im Kader."

Also rührt er den Beton an. Das schaute in der Qualifikation so aus: Die Rumänen blieben ungeschlagen und kassierten nur zwei Gegentreffer. Allerdings haben sie auch nur elf Tore erzielt. Kritiker sprechen von der langweiligsten Mannschaft des Turniers. "Wir können den Leuten keine Show bieten", gesteht auch Iordanescu. Der General der rumänischen Armee setzt auf Ordnung, Disziplin und Härte. So auch kurz vor der EM: Nach 25 Jahren musste Teamarzt Pompiliu Popescu gehen. Offizieller Grund: Er habe mit 65 Jahren das Rentenalter erreicht. Er ist ein Jahr jünger als der Teamchef. Der Doktor griff Verbandsboss Burleanu an: "Er kennt nicht einmal die Spieler." Burleanu schlug zurück: "Die medizinische Abteilung war ein Relikt der Korruption und des Amateurismus."

Das Problem der Mannschaft ist aber nicht Schlammschlacht oder schlechte Stimmung, sondern vor allem, dass nur wenige der Spieler Erfahrungen im Ausland sammeln konnten und können. Und die besten Legionäre sind Verteidiger – wie Tormann Ciprian Tatarusanu (Florenz) oder Innenverteidiger Vlad Chiriches (Neapel). Oder Außenverteidiger Razvan Rat – der verlängerte Arm des Teamchefs, der mittlerweile bei Rayo Vallecano in Spanien spielt.

Neun EM-Kicker spielen noch immer in der Heimat. Die rumänische Liga ist aber finanziell und sportlich recht brustschwach. Seit letzten Sommer sind nur noch 14 Vereine in der obersten Spielklasse.

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