Sport | Formel-1
06.07.2017

Wolff: "Auer hat das Level, Formel 1 zu fahren"

Laut Mercedes-Sportchef Toto Wolff hat DTM-Pilot Lucas Auer gute Chancen auf die Königsklasse.

Toto Wolff traut Lucas Auer den Sprung in die Motorsport-Königsklasse zu. Seine ersten konkreten Schritte in diese Richtung könnte der 22-jährige Tiroler beim Young Driver Test Anfang August in Ungarn machen. "Es würde mich freuen, Lucas dort zu sehen. Ich glaube, er hat absolut das Level, Formel 1 zu fahren", betonte der Mercedes-Motorsportchef. So denkt auch Auers Ex-Rivale Esteban Ocon.

Der Pilot von Force India, also jenem Formel-1-Rennstall, bei dem Auer nun den Young Driver Test absolvieren soll, fuhr 2014 zunächst mit dem Österreicher in der Europäischen Formel-3-Meisterschaft. Ocon gewann die Serie in diesem Jahr. 2016 trafen sich die Wege der beiden im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) wieder: Ocon lenkte einen ART-Mercedes, Auers Team Mücke setzte auf den selben Hersteller.

"Er ist ein toller Bursche, er war mein Teamkollege in der DTM. Was er heuer in der DTM zeigt, ist beeindruckend", sagte der Franzose, der seit heuer Stammfahrer in der Formel 1 bei Force India ist. "Er ist ein Titelkandidat, ich hoffe, er kann ihn dieses Jahr gewinnen. Und wenn er in der DTM beeindruckt, warum sollte er nicht in der Formel 1 die Chance bekommen?"

Auer, der Neffe von Gerhard Berger, der heuer schon zwei Siege gefeiert hat und zuletzt am Norisring Zweiter geworden ist, liegt in der Gesamtwertung nach acht von 18 Rennen nur zwei Punkte hinter DTM-Spitzenreiter Mattias Ekström (SWE/Audi).

Sprungbrett DTM

"Er hat sich unheimlich positiv entwickelt, das hat mich überrascht. Er hat sich zu einem echten Titelaspiranten gemausert, fährt wie ein Großer. Er ist unser einziger Titelanwärter in der DTM", lobte Wolff die bisherige Performance von Auer in der Rennserie, über die sich schon zwei andere Mercedes-Piloten einen Platz in der Formel 1 gesichert haben. "Pascal Wehrlein und Paul di Resta haben es vorgemacht", erinnerte Wolff.

Der Schotte di Resta wurde 2010 DTM-Champion und fuhr von 2011 bis 2013 für Force India. Der Deutsche Wehrlein holte sich 2015 den DTM-Titel und fährt seit dem Vorjahr in der Königsklasse. Nach einem Jahr bei Manor gibt der 22-Jährige nun für Sauber Gas.

Die Tourenwagen-Serie ist also ein ideales Sprungbrett für die besten Mercedes-Piloten. "Um die DTM-Meisterschaft zu gewinnen, darf man keine Fehler machen. Lucas ist zu 90 Prozent dabei, an den zehn Prozent Fehlerquote muss er noch arbeiten", verwies Wolff darauf, dass Auer auch schon drei Ausfälle und damit Nuller in diesem Jahr stehen hat.

Gemeinsamer Sponsor als Anknüpfungspunkt

Mit Force India verbindet Auer der farbgebende Sponsor. Das österreichische Unternehmen BWT (Best Water Technology) unterstützt sowohl Auer als auch den Formel-1-Rennstall und ist in beiden Fällen die Ursache für das pink lackierte Auto. "Wir haben mit Lucas Auer ein persönliches Sponsor-Agreement gemacht, das ist momentan noch an seine Mercedes-Zeit in der DTM gekoppelt. Das läuft noch mindestens bis zum Ende dieser Saison, dann schauen wir weiter", erklärte BWT-Geschäftsführer Lutz Hübner.

Für den global tätigen Konzern ist auch eine Fortsetzung der Partnerschaft denkbar, falls Auer in der Formel 1 nicht bei Force India unterkäme. "Als Markenbotschafter oder wie auch immer, das kann man sich alles vorstellen, aber es ist derzeit kein Thema", so Hübner. "Er ist jetzt DTM-Fahrer, er macht eine tolle DTM-Saison. Er soll sich voll darauf konzentrieren, soll Meister werden, ein junger österreichischer Meister. Er ist auf einem supergeilen Weg dazu. Darauf konzentrieren wir uns jetzt einmal als allererstes."