Sport | Formel-1
09.06.2017

McLaren: Die Traumpaarung wurde zum Albtraum

Am Anfang stand die Erinnerung an die glorreichen Tage von McLaren-Honda. Nach drei Jahren liegt die aufgefrischte Ehe in Trümmern.

Zwölf Weltmeistertitel für die Fahrer, acht Mal die WM der Konstrukteure gewonnen. McLaren ist nach Ferrari das erfolgreichste Team der Formel-1-Geschichte. Keine andere Mannschaft konnte sowohl in Monaco, bei den 500 Meilen von Indianapolis und bei den 24 Stunden in Le Mans gewinnen. Ex-Formel-1-Pilot Nick Heidfeld sagte erst vor wenigen Tagen: „McLaren war das beste Team. Perfekt organisiert, aber wir hatten eine Menge Spaß. Es war fantastisch.“

Doch die Gegenwart ist trist. Als einziges der zehn Teams hat McLaren in der Saison 2017 noch keinen WM-Punkt geholt. Zum Vergleich: Ferrari hält bei 196. Die Stimmung zwischen McLaren und Motorenpartner Honda ist am Tiefpunkt. Nun sprach auch Zak Brown erstmals über eine mögliche Trennung: „Sie scheinen nicht mehr weiter zu wissen“, sagte der McLaren-Geschäftsführer im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Die Grenze des Erträglichen sei erreicht: „Fehlende Updates. Updates, die nicht das Level erreichen, das versprochen wurde. Das kann man nur bis zu einer gewissen Grenze akzeptieren.“

„Das schmerzt“

Auch für das Rennen in Montreal (Sonntag, 20.00/live ORFeins, RTL, Sky) konnte die geplante Ausbaustufe für den Motor nicht geliefert werden. Wann es endlich so weit sein wird? „Es gibt keinen Zeitrahmen. Das schmerzt. Wir können nicht ewig herumsitzen.“

Seit Beginn der Saison 2015 ist McLaren wieder mit Honda-Motoren am Start. Erinnerungen an goldene Zeiten wurden wach, als das Team von 1988 bis 1991 alle WM-Titel gewann. Doch die Partnerschaft wurde zum Albtraum. Der aktuelle Hondamotor hat zwei Eigenheiten: Zu wenig Leistung, zu viele Defekte.

Laut Brown muss innerhalb der nächsten drei Monate eine Entscheidung gefällt werden, wie man weiter macht. Starpilot Fernando Alonso soll unbedingt gehalten werden. Doch der Spanier hatte schon mehrmals gesagt, nur zu bleiben, sofern ihm ein konkurrenzfähiges Auto zur Verfügung gestellt wird. Angeblich hat die Teamführung bereits mit Mercedes über eine Motor-Kooperation verhandelt.

Alonso schimpft

Scharfe Worte findet Alonso regelmäßig, wenn es um die Performance seines Teams geht. Scharfe Worte fand er auch zu einem anderen Thema. Die neuen Besitzer der Formel 1 sprachen davon, die Zahl der Rennen pro Jahr von 20 auf 25 zu erhöhen. Für den streitbaren Spanier wäre das ein Ausschlusskriterium: „Wir brauchen alle Verschnaufpausen. Bei 25 Rennen höre ich sofort auf.“