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Sport
02/18/2020

Federer im Visier: Thiem vor dem Sprung auf Platz drei

Der Niederösterreicher kann mit einem Semifinaleinzug in Rio den aktuellen Weltranglistendritten Federer überholen.

von Harald Ottawa

Das nächste Etappenziel auf dem Weg ganz nach oben steht unmittelbar davor: Dominic Thiem kann schon am nächsten Montag erstmals in die Top drei einziehen.

Was braucht’s? Bezogen auf das Repertoire des 26-Jährigen wohl keine absoluten Höchstleistungen, wenn man die Besetzungsliste des Sandplatz-Turniers in Rio als Maßstab heranzieht. Der topgesetzte Thiem benötigt einen Semifinaleinzug, um Roger Federer als Nummer drei abzulösen. „Auch wenn sich mit den erhofften Leistungen das Ranking ergibt, in den Top drei zu sein, wäre das schon ein Meilenstein für mich“, sagt Thiem. Schafft er es noch nicht, muss Federer in der nächsten Woche das Turnier in Dubai gewinnen, um vor Thiem zu bleiben.

Der erste Gegner in Brasilien ist am Dienstag-Abend, gegen 23 Uhr (live auf Sky), Lokalmatador Felipe Meligeni, 21 Jahre alt und als Nummer 341 erst weiter hinten auf den Ranking-Seiten zu finden.

Dass Tennisfans außerhalb Brasiliens diesen Namen kennen, liegt primär am Onkel. Fernando Meligeni stand 1999 in Semifinale der French Open. Vier Mal spielte der heute 48-Jährige gegen Thomas Muster und verlor ebenso oft. Der Steirer, dessen Coach-Experiment mit Thiem bei den Australian Open scheiterte, stand übrigens am 12. Mai 1997 zum letzten Mal und als einziger Österreicher in den Top drei. Beim ersten Mal war er ein Jahr älter als Thiem – am 12. Juni 1995, einen Tag nach dem French-Open-Triumph, lagen Andre Agassi und Pete Sampras vor ihm. 1996 war Muster für sechs Wochen Nummer eins.

Erster spannender Gegner in Rio könnte im Viertelfinale Casper Ruud sein. Der 21-Jährige leistete am Sonntag in Buenos Aires Historisches, als er als erster Norweger einen ATP-Titel holen konnte. Und mit Rang 34 löste Casper gestern seinen Vater Christian Ruud als bester norwegischer Spieler der Geschichte (Nummer 39) ab.

Fauxpas in Ungarn

Die Damen hätten diese Woche ein Turnier im ungarischen Debrecen spielen sollen. Vor wenigen Tagen kam aber die Absage: Die Halle war für eine andere Veranstaltung ausgebucht. Die Verantwortlichen hatten sich die Halle zwar brav angeschaut, aber keinen Vertrag mit dem Sport Center abgeschlossen.