Mountainbike, Nordkette

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Mountainbike
07/19/2013

Downhill-Spektakel in Innsbruck

Die Innsbrucker Nordkette nötigt selbst abgebrühten Mountainbike-Profis Respekt ab.

von Christoph Geiler

Wie die besten Downhill-Biker der Welt sahen sie ja nicht aus. Eher wie zwei Hobbyradler, die in ihrem Leben zuvor noch nie einen steilen Hang befahren hatten. Die nackte Angst sprach aus den Augen der neuseeländischen Bike-Profis George Brannigan und Wyn Masters, als sie von ihrer Jungfernfahrt von der Innsbrucker Nordkette erzählten. Verrückt, gemeingefährlich, steil – das waren die respektvollen Worte der beiden Profis, die eigentlich eine Neigung für steile Hänge haben und seit Jahren nichts anderes machen, als mit ihren Rädern waghalsig die wildesten Berge hinabzurasen.

Doch dieser Singletrail in Innsbruck, auf dem am Samstag die besten Profis gegen die schnellsten Amateure um 5000 Euro Preisgeld rittern, haut offenbar die stärksten Mountainbiker um. „Die Nordkette bricht die Profis“, lächelt Benedikt Purner. Der Bergführer ist der Local Hero auf der Downhillstrecke über den Dächern von Innsbruck, mehr als 1000-mal hat er den Hindernisparcours bereits bezwungen, den viele in der Szene die „Streif des Downhillsports“ nennen.

Allein die Eckdaten der Strecke, die fast in der Falllinie von der Seegrube zur Hungerburg führt, klingen schon Furcht einflößend: 4200 Meter lang, 1000 Höhenmeter, bis zu 36 Prozent Gefälle, nicht von ungefähr heißen die Streckenabschnitte Dreierstützenalbtraum, Pistenschreck oder Schleuder.

Kopfsache

„Die Physik setzt dir hier einfach Grenzen“, weiß Purner, der im Vorjahr als Dritter die meisten Profi-Downhiller hinter sich gelassen hatte. Nicht etwa weil er der bessere Mountainbiker wäre, nein: „weil es mit nur Runterbolzen und sich am Limit bewegen hier nicht funktioniert. Auf der Nordkette ist nicht so sehr Mut gefragt, sondern Hirn.“

Mit einer Fahrzeit von knapp zehn Minuten ist der Nordketten-Singletrail auch eine der längsten und kräfteraubendsten Downhillstrecken der Welt. Gegen den inneren Schweinehund und den Mann mit dem Hammer hilft dann auch der größte Erfahrungsschatz nichts mehr. „Nach dem ersten Drittel bist du oft schon blau und kannst kaum noch richtig bremsen“, erzählt Benedikt Purner, „da schaust du dann nur noch, dass du irgendwie runterkommst.“

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