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Doppel-Interview
10/18/2013

Beste Freunde, große Handball-Rivalen

Der Fiver Christoph Edelmüller und der West Wiener Konrad Wilczynski spielen am Samstag gegeneinander.

von Philipp Albrechtsberger

Die Leben von Konrad Wilczynski, 31, und Christoph Edelmüller, 32, verlaufen seit über einem Vierteljahrhundert im Gleichschritt: An den Vormittagen sahen sich im Kindergarten, in der Volksschule und im Gymnasium, am Nachmittag stand Handball-Training am Tagesplan. Zehn Jahre spielten die beiden Wiener gemeinsam für West Wien, ehe es der eine, Wilcyzsnki, über Bregenz in die deutsche Bundesliga schaffte und der andere, Edelmüller, über die schwedische Liga zum Stadtrivalen Fivers-Margareten kam.

Am Samstag gastiert nun Wilczynski im ersten Wiener Handball-Derby der Saison bei seinem Trauzeugen in der Hollgasse (18.30 Uhr). Der KURIER bat die beiden Freunde davor zum verbalen Schlagabtausch:

Warum gewinnt deine Mannschaft das Derby?
Wilczynski:
Wir sind nach dem Sieg gegen Meister Hard im Aufwind, unser System greift immer besser. Außerdem haben wir keinen Druck, weil die Fivers daheim immer gewinnen müssen.

Edelmüller: Weil wir in dieser Saison bislang sehr abgeklärt und geschlossen auftreten. Außerdem werden uns unsere Fans zum Sieg „zwingen“.

Die Fivers und West Wien spielen mindestens vier Mal im Jahr gegeneinander. Wieso ist es dennoch ein besonderes Spiel?
Wilczynski: Bei keinem anderen Spiel sind so viele Emotionen vor, während und nach dem Spiel dabei. Das zieht sich von den Spielern über die Fans bis zum Hallenwart.

Edelmüller: Die Freude auf das Spiel und die Freude, das Spiel zu gewinnen, ist einfach größer als in „normalen“ Spielen. Gleichzeitig ist auch der Druck größer, nicht zu verlieren.

Welchen Fiver/West Wiener würdest du gerne im Dress deiner Mannschaft sehen?
Wilczynski:
Wir sind mit unserem Kader sehr zufrieden und werden auch keinen Fiver holen, aber aufgrund der Vergangenheit und seiner Wurzeln würde Edi der grüne Dress sehr gut passen.

Edelmüller: West Wien hat einige tolle Spieler, trotzdem möchte ich keinen im Fivers-Dress sehen, denn das würde bedeuten, einen meiner Fivers-Teamkollegen abgeben zu müssen.

Welcher Fiver/West Wiener ist der unangenehmste Gegenspieler und warum?
Wilczynski:
Ganz klar Vytas Ziura aufgrund seiner Qualität und Aggressivität. Er ist der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Fivers. Es ist nicht leicht gegen ihn zu spielen, aber es ist gut, dass wir solche Spieler in der Liga haben! Man kann ihn aber mit den gleichen Mitteln schlagen – er mag es nicht wenn man ihn über sechzig Minuten „bearbeitet“.

Edelmüller: Der unangenehmste West Wiener ist prinzipiell immer der, der gerade den Ball hat. Wenn wir aber einen West Wiener nicht zur Entfaltung kommen lassen sollten, dann wohl ihren Tormann.

Gibt es etwas, weswegen du die Fivers/West Wien beneidest?
Wilczynski:
Die eigene Heimhalle - aber moderner und größer!

Edelmüller: Neid sollte im Sport keine Kategorie sein. Und aus sportlicher Sicht, beneide ich West Wien auch um nichts. Das heißt aber nicht, dass ich keinen Respekt vor der Mannschaft, dem Verein oder deren Leistungen habe.

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