© APA/EXPA/JFK

Sport
09/23/2019

Doping: Ex-Radprofi Stefan Denifl drohen bis zu zehn Jahre Haft

Der Tiroler wird wegen schweren (Sport-)Betruges angeklagt. Auch Langläufer Max Hauke muss sich vor Gericht verantworten.

von Christoph Geiler

Stefan Denifl wird sich vor Gericht verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat  gegen den ehemaligen Tiroler Radprofi Anklage wegen gewerbsmäßig schweren (Sport-)Betruges eingebracht. Der 31-Jährige Vuelta-Etappensieger (2017) war im Zuge der Operation Aderlass kurzfristig festgenommen worden und hatte bei den Einvernahmen zugegeben, verbotene Methoden angewendet zu haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Stubaier vor, im Zeitraum von 2014 bis 2018 Blutdoping praktiziert und Wachstumshormone genommen zu haben, obwohl er sich gegenüber seinen Geldgebern, dem internationalen Radsportverband und den Veranstaltern von Bewerben verpflichtet hatte, dies nicht zu tun und sich an die Anti-Doping-Regeln zu halten.

Schadenssumme 500.000 Euro

Es besteht der Verdacht, so die Staatsanwaltschaft, dass die Zahlungen, die die getäuschten Geldgeber in Unkenntnis seines Dopings an ihn geleistet haben, insgesamt über 500.000,-- Euro betragen. Der Strafrahmen für das Verbrechen des gewerbsmäßig schweren (Sport-)Betruges reicht von einem Jahr bis zu zehn Jahren Haft.

Auch gegen Langläufer Max Hauke wurde wurde Anklage erhoben. Dem Steirer, der während der WM in flagranti erwischt worden war, wird zur Last gelegt, dass er ab der Saison 2015/'16 die Anti-Doping-Regeln verletzt hat. Die dadurch von ihm zu Unrecht bezogenen Leistungen betragen über € 50.000,-. Für den Fall eines anklagekonformen Schuldspruches droht eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 5 Jahren.

 

Sowohl für Stefan Denifl als auch für Max Hauke gilt die Unschuldsvermutung.

Gegen den Ex-Langläufer Dominik Baldauf, der ebenfalls Eigenblutdoping gestanden hat, und gegen Johannes Dürr, der mit seinen Aussagen geholfen hat, das Erfurter Doping-Netzwerk auszuheben, sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Auch gegen den ehemaligeb ÖSV-Langlaufcheftrainer Gerald H.. wird noch ermittelt.

Kein Verdacht gegen Reichelt

Im Zuge dieser Ermittlungen war auch Hannes Reichelt einvernommen worden. Der Salzburger Abfahrer ist ein Jugendfreund von Gerald H. und hatte auch mit ihm gemeinsam trainiert. Bislang hat sich dieser Anfangsverdacht nicht weiter bestätigt, stellte die Staatsanwaltschaft klar.