Trump (Handicap 3 bis 4) kaufte sich auch im schottischen Golf-Mutterland ein.

© APA/AFP/DEREK BLAIR

Golf
03/01/2016

Niederlage für Donald Trump auf dem Golfplatz

Der streitbare Politiker gewinnt an Zuspruch, verspielt aber die Zuneigung der Golfer.

von Philipp Albrechtsberger

Ein großer Tag steht Donald Trump bevor: der Super-Dienstag. In 14 Bundesstaaten finden heute Vorwahlen für das Amt des US-Präsidenten statt. Siegessicher und laut wie und eh tritt der 69-Jährige dieser Tage auf, dabei hat er gerade in Florida einen herben Rückschlag erlitten. Auf dem Golfplatz. Auf seinem Golfplatz.

Das Trump-National-Resort in Doral ist ab Donnerstag Schauplatz des ersten großen Golfturniers der Saison, der Cadillac Championship (siehe unten). Seit 2007 wird der erste der vier Bewerbe der World Golf Championships auf der exklusiven Anlage im Großraum von Miami ausgetragen.

Damit ist nun Schluss.

Die Vereinigung der Berufsgolfer, die PGA of America, gab bekannt, den 2016 auslaufenden Vertrag mit Trump nicht verlängern zu wollen. Die Begründung liest sich wie ein politisches Statement eines Trump-Gegners: "Mister Trumps Kommentare passen nicht zu unserem Bekenntnis zu einer Umwelt, die alle Menschen willkommen heißt."

Vor allem an Trumps Feldzug gegen Einwanderer aus Mexiko stößt sich die US-Golfszene. Sind es doch vorwiegend Arbeiter aus dem Nachbarland, die die mehr als 10.000 Golfplätze in den USA in Schuss halten. Die Golf-Vereinigung legt sich dabei mit einem Mann an, der es in der Vergangenheit gut gemeint hat mit dem Golf. Der Baulöwe pumpte Hunderte Millionen in den Sport, die marode Anlage in Doral kaufte er einst um 150 Millionen Dollar und ließ sie um weitere 200 Millionen verschönern. Freilich: Die mehrstöckige Kalkstein-Skulptur vor dem 18. Loch in Doral, die Trump extra aus Florenz anschaffte, gefällt nur den Wenigsten.

Einkauf im Mutterland

"Ich glaube, mir gehört die großartigste Sammlung an Plätzen, die ein einzelner Mensch besitzt", sagt Trump. 17 feinste Golfanlagen tragen seinen Namen, darunter auch eine im Mutterland des Sports: 2014 erwarb Trump das edle Turnberry-Resort in Schottland. Es ist eine von neun Anlagen, denen die Ehre zuteil wird, abwechselnd die British Open auszurichten. Doch auch bei den Veranstaltern des ältesten Golfturniers der Welt regt sich der Widerstand. Eine Petition führte dazu, dass Turnberry in den kommenden noch freien Jahren nicht in die engere Auswahl kommen dürfte.

Ein anderes Major-Turnier ist Trump aber sicher. 2022 wird die PGA Championship auf dem Trump National in New Jersey stattfinden. Die Anlage bekam den Zuschlag, bevor sich Trump in den US-Wahlkampf schmiss.

Dass es die Funktionäre ernst meinen, zeigte sich Ende 2015. Der "Grand Slam of Golf" sollte im Trump National in Kalifornien in Szene gehen. Die PGA entzog Trump das Privileg, den exklusivsten Bewerb der Welt, an dem nur die vier amtierenden Major-Sieger teilnehmen, auszutragen. Da sich kein geeigneter neuer Ausrichter fand, fiel das Event eben ganz aus.

Ein Konter vom konterstarken Trump blieb aus. Er hat Wichtigeres zu tun. "Ich wäre der beste Golfer unter allen Präsidenten", sagt er. Der Trump National in D.C. ist jedenfalls nur 30 Minuten vom Weißen Haus entfernt.

8,7 Millionen Euro Preis

Die Cadillac Championship ist das erste der vier Turniere der World Golf Championships (WGC), der lukrativsten Turnierserie im Golf. Seit 2007 wird das Turnier im Trump National in Doral (Florida) ausgetragen. Fix qualifiziert sind die weltbesten 50 Golfer, darunter

Bernd Wiesberger. Dotiert ist der Bewerb mit 8,7 Millionen Euro, der Sieger bekommt 1,5 Millionen.

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