Im Finale gegen Thiem schickte Djokovic dem Publikum ein unmissverständliches Signal.

© APA/AFP/GREG WOOD

Sport
02/10/2020

Djokovic-Vater wettert gegen Fans: "Feuern irgendeinen Österreicher an"

Srdjan Djokovic wirft dem "reichen" Tennis-Publikum Respektlosigkeit gegenüber seinem Sohn vor.

Das ist eine stolze Zahl: Ganze 17 Mal hat Novak Djokovic ein Grand-Slam-Turnier gewonnen. Zuletzt musste leider auch Österreichs Tennis-Nummer-eins Dominic Thiem an die enorme (mentale) Stärke des Serben glauben, als er sich im Melbourne-Endspiel nach einem Fünfsatz-Krimi geschlagen gab. Nach seinem insgesamt achten (!) Triumph bei den Australian Open fehlen Djokovic nur noch drei Major-Titel, um mit dem Rekordhalter Roger Federer gleichzuziehen. 

Eines ist klar: Ungeachtet der Titelanzahl bzw. seiner Erfolge wird der Serbe niemals die Sympathiewerte eines Roger Federer erreichen können. Der Schweizer ist der Liebling der Massen, Djokovic doch eher nicht. Immer wieder fällt es auf, dass sich das Tennis-Publikum auf die Seite des jeweiligen Djokovic-Gegners schlägt. Dieses Phänomen war auch am vergangenen Sonntag in Melbourne spürbar, als Thiem die Mehrheit der Zuschauer in der Rod Laver Arena hinter seinem Rücken hatte. 

 

Diese Tatsache stößt nicht nur dem 32-Jährigen, der seinen Unmut über die mangelnde Unterstützung immer wieder auch auf dem Court selber kundgibt, auf. Auch sein Vater kann das schlechte Standing Novaks bei den Fans ganz und gar nicht nachvollziehen. 

In einem Interview mit dem serbischen Blatt Telegraf wettert Vater Djokovic gegen das Publikum in Australien bzw. die Tennis-Fans überhaupt. Gefragt nach der Atmosphäre beim Endspiel und die "Anti-Novak-Stimmung", findet Srdjan Djokovic klare Worte: "Der siebenfache Australian-Open-Champion spielt auf dem Centre Court, wo er kein einziges Spiel verloren hat, im Final gegen irgendeinen Österreicher und die Fans feuern den Österreicher an - stellt euch diese Respektlosigkeit gegenüber Novak vor!"

Ähnlich sei es aus seiner Sicht auch in London, New York und Madrid, lediglich in Paris wären die Fans "freundlicher". Die Ursache dafür glaubt er auch zu kennen: "Tennis ist ein Sport für reiche Menschen und diese können es halt nicht nachvollziehen, dass jemand aus einem armen und kleinen Serbien seit zehn Jahren bester Spieler der Welt ist".

Positives kann er dem Ganzen dennoch abgewinnen: "Dadurch, dass sie gegen ihn halten, verleihen sie ihm zusätzliche Stärke und machen aus ihm den Besten aller Zeiten in allen statistischen Belangen. Er ist es jetzt schon. Und ein Serbe wird er auch nach dem Karriereende bleiben, in seinem Heimatland, mit seinem Volk leben".

Übrigens, das Duell mit Dominic Thiem hat sich der Vater der neuen Nummer eins der Welt nicht zur Gänze angeschaut. "Ich bin die ersten eineinhalb Stunden des Matches mit dem Auto durch Melbourne gefahren und erst Mitte des vierten Satzes in die Arena gekommen, als Novak zu spielen begann. Ich bleibe dabei, dass Thiem keinen Satz gewonnen, sondern Novak zwei verloren und drei gewonnen hat. Novak entscheidet absolut alles, nicht nur gegen Thiem, sondern gegen jeden Spieler auf der Welt," erklärt Djokovic senior. 

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