Für Novak Djokovic ist der Daviscup keine lästige Verpflichtung. Er ist auch im Finale gegen Tschechien dabei.

© Reuters/MARKO DJURICA

Daviscup
11/14/2013

Die Stunde des Nationalhelden Djokovic

Trotz Djokovic sind die Serben im Daviscup-Finale gegen Tschechien nicht die Favoriten.

von Harald Ottawa

Am Sonntag wird in Belgrad wohl wieder auf den Straßen getanzt. Nicht, weil die Fußballer so gut sind (die fahren wie die Österreicher nicht zur Weltmeisterschaft), sondern die Tennisspieler. Vor allem Novak Djokovic. Keiner hat Zweifel daran, dass es nicht wieder so sein wird, wie 2010, als die Serben den Daviscup und damit die angeblich hässlichste Salatschüssel der Welt gewannen.

Sein Team empfängt ab Freitag im Daviscup-Finale den Vorjahressieger Tschechien. Und Djokovic, hinter dem Spanier Rafael Nadal die Nummer zwei der Welt, liebt es, für sein Land zu spielen. „Das Land ist arm, braucht Idole. Tennis ist in Serbien längst Nationalsport Nummer eins. Und die Tennis-Asse begegnen einander auch ganz anders. Egal, ob Troicki oder Tipsarevic – alle sind ganz dicke Freunde und helfen einander gegenseitig“, sagt Gebhard Gritsch, der Tiroler Konditionstrainer von Djokovic. Und die Serben lieben ihn. „Als er Wimbledonsieger wurde, waren alle in Belgrad beim Empfang auf der Straße, so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Gritsch, der 2009 über Vermittlung von Günter Bresnik zum Ausnahmekönner gekommen ist. Auch deshalb spiele Djokovic, der am Montag das ATP-Finale gewann, so gerne im Team und war selbstverständlich auch heuer in den USA und gegen Kanada mit dabei.

Ehrensache

Während es für Djokovic selbstverständlich ist, im Team dabei zu sein (26 Siege, neun Niederlagen), ziehen andere ihre persönliche Karriere vor. Roger Federer beispielsweise spielte heuer überhaupt nicht, Rafael Nadal war heuer beim 5:0-Erfolg über die Ukraine dabei. Dafür fehlte er im vergangenen Jahr – teilweise verletzungsbedingt. Gegen Österreich im April wäre er aber fit gewesen, die Spanier gewannen aber auch ohne ihn alle Einzel. Andy Murray war heuer bei Großbritanniens 4:1-Sieg in Kroatien dabei, auch er spielt zumeist im Team (er war auch 2008 beim 2:3 gegen Österreich dabei).

Alleinunterhalter

Und trotz Djokovic sind die Serben gar nicht einmal die Favoriten. Janko Tipsarevic ist verletzt (und heuer außerdem völlig außer Form), Viktor Troicki hat eine Dopingprobe verweigert und ist gesperrt. Deshalb kommt als zweiter Einzelspieler Dusan Lajovic, die Nummer 117 der Welt, zum Einsatz. Bei den Tschechen schlagen Top-Ten-Spieler Tomas Berdych und Frauenheld Radek Stepanek (war unter anderem mit Martina Hingis liiert und Nicole Vaidišová verheiratet). Die Doppelpartie bestreiten Nenad Zimonjic und Ilija Bozoljac, aufseiten der Tschechen Lukas Rosol und Jan Hajek.

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