Stangl: "Man schaut darauf, viel Geld zu verdienen"

Stangl will sich bei der Austria durchsetzen. © Bild: APA/HANS PUNZ

Austrias Neuzugang über seinen Wechsel von Rapid zu Salzburg 2016 und seine neuen Ziele in Violett.

Stefan Stangl steht geduldig und durchaus eloquent Rede und Antwort. Als Gesprächspartner war der Austria-Neuzugang in der ersten Trainingswoche in Violett besonders gefragt. "Es ist hier, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Austria hat sich um mich bemüht, das habe ich in Salzburg zuletzt nicht gespürt", betont Stangl in Richtung des Meisters, zu dem er im Sommer 2016 von Rapid gewechselt war.

Dennoch bereut er den einstigen Schritt von Hütteldorf nach Salzburg nicht. "Keine Sekunde lang. Es war richtig, ich würde es wieder tun." Weil es in Salzburg nicht nur um das Finanzielle geht. Es ist auch das ideale Umfeld für einen Fußballer. "Die Rahmenbedingungen sind top", versichert auch der Linksverteidiger, der bei der Austria wohl Thomas Salamon auf die Bank verdrängen wird.

Kritik für die Kritiker

Der 26-Jährige folgte damals aber auch dem Lockruf des Geldes und verdiente ein Vielfaches im Vergleich zu seiner Rapid-Zeit. "Ein Fußballer kann vielleicht nur zehn Jahre Profi sein. Es ist legitim, dass man darauf schaut, in dieser Zeit viel Geld zu verdienen." All die Kritiker, sagt Stangl, sollten sich hinterfragen, ob sie nicht auch für mehr Lohn den Arbeitgeber wechseln würden.

Letztlich ist aber Geld allein nicht alles, ein Fußballer will irgendwann auch seinen Beruf ausüben dürfen. Für Salzburg absolvierte er nur 13 Spiele, er biss sich an Andreas Ulmer die Zähne aus. "Hut ab vor dem Andi, er ist immer besser geworden. Vielleicht habe ich ihn besser gemacht", sagt Stangl, der bei der gewagten Aussage selbst schmunzeln muss.

Aus mentaler Hinsicht war es für ihn höchste Zeit, den Schritt zur Veränderung zu wagen. "In Salzburg habe ich letztlich nicht wirklich eine Chance erhalten, zudem war ich auch verletzt." Mit seinem neuen Klub Austria ist er am 4. Februar bei seinem Ex-Verein Rapid zu Gast. Für ihn ist das Wiedersehen weit weniger brisant als für Medien oder Fans. "Dass ich mit Pfiffen empfangen werde, ist normal. Ich rechne mit mehr."

Team-Gedanke

Insgeheim rechnet Stangl auch wieder mit dem Nationalteam, dessen Kader er lange Zeit unter Marcel Koller trotz seiner Reservisten-Rolle in Salzburg angehörte. Im Dubai-Urlaub wollte es der Zufall, dass sich seine Wege mit jenen von Franco Foda kreuzten. "Er hat mir zu dem Schritt gratuliert. Natürlich ist das Nationalteam ein großes Ziel von mir. Aber jetzt muss ich zuerst bei der Austria mit Leistung überzeugen."

( kurier.at ) Erstellt am 12.01.2018