Sport | Bundesliga
24.02.2018

Homophober Sprechchor der Austria-Fans

"Schwuler SCR" wurde beim Auswärtsspiel gegen die Admira in der Südstadt skandiert. Dazu wurden Gegenstände auf das Spielfeld geworfen.

Es waren gut 20 Minuten beim Bundesliga-Spiel Admira gegen Austria (2:1) gespielt, die Wiener waren kurz zuvor durch ein Tor von Heimkehrer Michael Madl mit 1:0 in Führung gegangen. Und was hatten die eh nur gut 300 mitgereisten Austria-Anhänger zu tun? Sie feuerten nicht ihre Mannschaft an, sondern skandierten "Schwuler SCR". Dass genau in diese homophobe Beschimpfung des Lokalrivalen der Ausgleich der Admira fiel, sei nur am Rande erwähnt.

Den ausführlichen Spielbericht finden Sie hier.

Franz Wohlfahrt wurde in der Pause in einem Interview vom TV-Sender Sky auf das Fehlverhalten der Austria-Fans angesprochen. Der Sportdirektor zeigte sich überrascht, verurteilte aber selbstverständlich den Sprechchor: "Ich habe es nicht mitbekommen. Aber wenn es so gewesen ist, dann tut es mir noch mehr leid, weil ich dafür überhaupt kein Verständnis hätte.”

Schon vor zwei Wochen hatte es bei einem Heimspiel der Admira einen ähnlichen Fan-Skandal geben, damals waren einige Anhänger von Rapid Urheber. "Dem Woamen platzt a Wimmerl auf und ihr machts an Skandal daraus" stand auf einem quer über den Gästeblock gespannten, zweizweiligen Banner zu lesen - eine Anspielung auf die Verletzung, die Austria-Spielmacher Raphael Holzhauser von einem auf ihn geworfenen Zippo-Feuerzeug beim Wiener Derby Anfang Februar davongetragen hatte.

Eine Bestrafung gab es nicht. Die Bundesliga hat nicht einmal ein Verfahren eingeleitet. In einem europäischen Bewerb wäre das ganz anders gewesen. Vor vier Jahren wurde etwa Bayern München wegen eines homophoben Transparents im Champions-League-Heimspiel gegen Arsenal bestraft. Die Deutschen mussten nicht nur 10.000 Euro Geldstrafe bezahlen, sondern wurden auch mit einer Blocksperre für das darauffolgende Europacup-Spiel belegt.

Der Sprechchor blieb gestern aber nicht die einzige Verfehlung der Austria-Fans. Nach dem Führungstor der Admira wurden Pyrotechnik sowie Schneebälle und Eisbrocken auf das Spielfeld geworfen. Damit nahmen sie direkten Einfluss auf das Spielgeschehen und schädigten ihre Mannschaft. Ein erfolgsversprechender Austria-Angriff wurde gestoppt, weil sich der Ball, den sich der tief in der Admira-Hälfte freistehende Linkverteidiger Stefan Stangl stoppen wollte, versprang. Dieser ging ins Out (74.). Danach gab es keinen einzigen gefährlichen Angriff der Austria mehr, die Admira siegte mit 2:1.