Sport | Bundesliga
23.04.2017

Flüche und richtige Aussprache vor 321. Wiener Derby

Debütant Djuricin kämpft gegen eine Rapid-Serie, Wohlfahrt bastelt am Austria-Kader.

Franz Wohlfahrt fasst die Ausgangslage vor dem 321. Wiener Derby (16.30 Uhr) in Hütteldorf aus violetter Sicht zusammen. "Für uns geht es um mehr als für Rapid. Wir können unser Saisonziel noch über die Liga erreichen, Rapid nicht", meint der Austria-Sportchef. Die Chance auf den Europacup hat Rapid noch am Mittwoch im Cup-Halbfinale gegen den LASK (20.30 Uhr). Interimstrainer Goran Djuricin denkt aber nur an den Erzrivalen: "Wir wollen den Derby-Sieg. Wahrscheinlich muss dann gegen den LASK rotiert werden, aber das ist erst ab Montag ein Thema."

Djuricin hat die Chance, einen grünen Fluch zu beenden, wie die Sportzeitung entdeckt hat: von allen Rapid-Trainern, die ihr erstes Derby zuhause bestritten haben, hat in der Bundesliga (Gründung 1974) kein einziger die Premiere gewonnen. Einen Heimsieg zum Start feierte zuletzt Max Merkel 1957 – also vor bereits 60 Jahren (!).

Die Planung

Die Zahlenspiele, die Wohlfahrt derzeit beschäftigen, haben mit Kaderplätzen zu tun. Für die wirtschaftliche Basis sei der Europacup dabei extrem wichtig – auch in Hinblick auf geplante Veränderungen: "Einige Verträge laufen aus, es gibt Tendenzen, man verhandelt und wartet noch ab." Namen nennt er bewusst nicht. "Weil wir die Spieler noch top motiviert in unseren Spielen brauchen."

In den zweieinhalb Jahren als Sportdirektor hat Wohlfahrt elf Spieler verpflichtet, für die er drei Millionen Euro ausgegeben hat. Neue Spieler, die sofort die Qualität des Teams heben, sind meist teuer. "Die Anzahl derer, die man sich leisten kann, ist in Österreich nicht so groß. Meine Aufgabe ist komplex, spannend und nicht immer einfach."

Zehn Spieler aus der eigenen Akademie stehen im Profi-Kader, als externen Neuen hat Wohlfahrt einen Sechser im Auge, "der rackert". Für Friesenbichler gibt es eine Kaufoption, noch ist die Forderung von Benfica zu hoch.

Ein Freund von Wohlfahrt wird auch von Djuricin gelobt. "Andi Ogris ist ehrlich, loyal, ein geiler Typ", sagt der Rapidler über seinen Ex-Mitspieler. Den klassischen Satz "Ein Derby hat eigene Gesetze" erspart er sich.

Der Ursprung

Das ewige Duell spricht Djuricin als "Dörbi" aus. "Es gibt sicher Experten, die wissen, ob das richtig ist." So wie Martin Lang von Radio Wien: "Als Fan von Derby County weiß ich nach vielen Reisen zum Derby-Ursprung, dass es ,Darbi‘ ausgesprochen wird." "Dörbi" ist "nur" die wienerische Version. Damit wäre auch das geklärt.

Volles Haus und mehr Service

Das 321. Derby ab 16.30 Uhr (auch live auf Sky und ORFeins) ist für Rapid-Fans seit Tagen ausverkauft. Die Austria hat 1500 der 2500 Plätze im Gästesektor angefordert. Das ergibt rund 26.000 Zuschauer. Es wird von den Veranstaltern um zeitgerechte Anreise gebeten.

Verbessert wurde das Bezahl-Service: ab sofort gibt es im Allianz Stadion doppelt so viele Standorte für die nötige "Rapid-Marie". Im Fanshop ist das grüne Heimtrikot (bisher 10.000 Mal verkauft) ab sofort um 40 Prozent billiger zu erwerben.