Sport | Bundesliga
28.11.2017

Fahnenskandal von Mailand: Die Austria zeigt Flagge

Die Wiener reagieren auf den Fahnenskandal von Mailand.

Abseits der sportlich nicht leichten Situation muss sich die Austria wieder einmal mit "Fans" herum schlagen, die unverbesserlich, unangenehm und im Grunde nicht willkommen sind. Beim Gastspiel in Mailand gegen den AC Milan wurde im Sektor der Austrianer die Reichskriegsflagge aufgehängt.

Der Klub, der die rechten Flügelstürmer des Fanklubs Unsterblich schon von den Heimspielen verbannt und ein österreichweites Stadionverbot bei der Liga bewirkt hat, geht jedenfalls der Sache nach. Fakt ist, dass die Austria bei internationalen Auswärtsspielen nur sehr schwer verhindern kann, dass in Österreich Ausgeschlossene dort zu Karten kommen.

Austrias AG-Vorstand Markus Kraetschmer verspricht: "Wir recherchieren das Thema weiter. Offensichtlich wurde die Fahne ins Stadion geschmuggelt, da die Kooperation mit den Ordnern vom AC Milan grundsätzlich sehr gut funktioniert hat."

In Wien und Österreich wird das Stadionverbot seit längerer Zeit gut umgesetzt. "Allerdings versuchen es diese Fans international immer wieder. Da sind uns bis zu einem gewissen Grad die Hände gebunden. Wir bleiben aber dran und hoffen auch auf die Hilfe der UEFA."

Zumal das Hissen der Reichskriegsfahne auch in anderen Ländern ein schweres Delikt ist. Und es ist nicht das erste Mal, das sogenannte Austria-Fans im Zuge einer Europacupreise nach Italien sich von ihrer unschönen Seite präsentieren.

Wiederholungstäter

Schon vor einem Jahr beim 3:3 bei AS Roma war im Stadio Olimpico besagte Fahne geschwenkt worden, vor der Partie waren einige "Fans" durch die Ewige Stadt gezogen und hatten immer wieder mit dem erhobenen rechten Arm gegrüßt.

Zurück nach Mailand, wo 2000 Austrianer ihre Mannschaft beim 1:5 unterstützten, die große Masse vorbildlich. Einige wenige sehen sich jedoch immer wieder bemüßigt, verhaltensauffällig zu agieren. So war der Domplatz am Spieltag ein Treffpunkt für violette Fans, wo Schals und Hauben zwecks einheitlicher Choreografie verteilt wurden. Einer von ihnen, weitab der Nüchternheit, rülpste einen dunkelhäutigen Passanten an und rief ihm widerliche Schimpfwörter hinterher. Die niedrigsten Instinkte hatten Hochsaison.

Kraetschmer möchte weiterhin rigoros gegen Fans dieser Kategorie vorgehen. "Wir werden mit der UEFA diskutieren, weil wir eine akribische Liste mit problematischen Fans erstellt haben. Ich frage mich, weshalb nationale Stadionverbote international nicht berücksichtigt werden."