Sport | Bundesliga
23.11.2017

EL: Austrias Hoffnung lebt - trotz der Lehrstunde in Mailand

Die Austria verliert beim AC Milan 1:5, kann mit einem Sieg über Athen aber noch aufsteigen.

Unterm Strich war es für die Austrianer und ihre mitgereisten Fans trotz der deutlichen Niederlage ein nicht alltäglicher Fußball-Abend in einem legendären, aber fast leeren Stadion. Das man nicht unbedingt mit gesenktem Haupt verlassen musste. Wer weiß schon, wann und ob diese Spieler wieder in einer Arena wie dem San Siro einem Fußball nachlaufen dürfen? Der Genuss hatte beim Gastspiel gegen den AC Milan somit einen hohen Stellenwert, wenngleich man das Bestreben ins Treffen führte, eine Sensation zu liefern. Der Wille war stark, der Gegner stärker. Milan siegte ohne Probleme 5:1.

Und dennoch ging für die Austria gestern die Europareise noch nicht zu Ende, die Chancen auf einen Aufstieg vor dem finalen Heimspiel gegen AEK Athen sind nach wie vor existent, da die Griechen daheim gegen Rijeka nur ein 2:2 erreichten. Schützenhilfe gab es vom Ex-Austrianer Gorgon, der beide Rijeka-Tore erzielte.


Tabelle der Gruppe D:

1.

AC Milan

5

3

2

0

13:4

11

*

2.

AEK Athen

5

1

4

0

6:5

7

3.

Austria

5

1

1

3

9:16

4

4.

HNK Rijeka

5

1

1

3

9:12

4

* = in der K.o.-Phase (Runde der letzten 32)


Plötzlich in Führung

Austria-Trainer Fink ließ entgegen seiner Ankündigung doch Kadiri neben Borkovic in der Innenverteidigung beginnen. Milan startete zwar dominant, ohne aber gefährlich zu werden. Lediglich ein Kopfball von Silva erhöhte den Pulsschlag von Austria-Goalie Pentz in der Anfangsphase. Die Austria hatte zu Beginn die Lehren aus dem 1:5 aus dem Heimspiel gezogen und trug ihr Spiel mit Bedacht vor, um in der 21. Minute doch überraschend in Führung zu gehen.

Holzhauser schickte mit einem schönen Pass Monschein auf die Reise, der umkurvte den aus dem Tor eilenden Donnarumma und rollte den Ball in Richtung Tor. Milan-Kapitän Bonucci scheiterte bei seinem Rettungsversuch – 1:0 für die Austria. Dabei handelte es sich um das erste Tor einer österreichischen Mannschaft im San Siro seit dem 1:1 der Austria im Dezember 1983 gegen Inter. Danach legte Milan in der Offensive mehr Ernst an den Abend und stellte noch vor der Pause die Hierarchie wieder her, auch weil die Austria nicht mehr agierte, vielmehr reagierte. Rodriguez wurde bei einer Flanke von den Austrianern allein gelassen, die Nachlässigkeit bestrafte er mit dem Ausgleich.

Leichtes Spiel

Die Führung Milans wirkte kurios und billig, bei einem Freistoß von Rodriguez intervenierte Andre Silva, nahm sich den Ball mit und schob zum 2:1 ein. Wiederum naiv stellte sich die Austria beim 1:3 an, als man im Defensivverhalten kollektiv geistig nicht rege genug war, Cutrone köpfelte nach Borini-Flanke unbedrängt ein (42.). Noch mehr Freude machte den Milanisti in der Pause der viel umjubelte Auftritt von Ex-Star Kaka, der seinen Nachfolgern auf die Beine schaute.

Und er bekam gleich weitere Milan-Chancen zu sehen, zunächst von Bonucci nach einem Eckball, dann versuchte sich Cutrone vergeblich. Die Austria benötigte etwas Zeit, um sich wieder zur sortieren, doch der Druck der Italiener wollte nicht wirklich geringer werden. Milan, der sichere Sieger, hatte das Geschehen und die Austria fest im Griff. Vor allem Andre Silva hatte seine Hetz. Drei Tore hatte er schon in Wien erzielt, am Donnerstag waren es derer zwei. Beim 4:1 ins lange Eck sah Pentz wenig glücklich aus (70.). In der Nachspielzeit traf noch Cutrone zum 5:1.

Großes Finale

Am Ende herrschte bei den Veilchen trotz der klaren Niederlage das Prinzip Hoffnung auf den Aufstieg. Die Schlussrechnung für den 7. Dezember kann simpler nicht sein: Die Austria muss im Prater AEK Athen schlagen, um doch noch Zweiter hinter Milan zu werden. Die Italiener sind fix Gruppensieger.

(aus Mailand)

AC Milan - Austria 5:1 (3:1)

Mailand, Giuseppe-Meazza-Stadion, 17.932, SR Andris Treimanis/LAT

Tore:
0:1 (21.) Monschein
1:1 (27.) Rodriguez
2:1 (36.) A. Silva
3:1 (42.) Cutrone
4:1 (70.) A. Silva
5:1 (93.) Cutrone

Milan: G. Donnarumma - Musacchio, Bonucci (80. Gomez), Zapata - Borini (74. Locatelli), Kessie, Biglia, Calhanoglu, Rodriguez (64. Antonelli) - Cutrone, A. Silva

Austria: Pentz - De Paula, Kadiri, Borkovic, Salamon (69. Gluhakovic) - Serbest - Prokop, Alhassan, Holzhauser (86. Lee), Pires (78. Tajouri) - Monschein

Gelbe Karten: Musacchio bzw. Salamon, Monschein