Sport | Bundesliga
27.11.2017

Kein Videobeweis beim Schlager Rapid-Salzburg

Der vierte Offizielle konnte das Handspiel des Rapidlers Kvilitaia gegen Salzburg nicht im TV gesehen haben.

Viel besser hätten die vergangenen acht Tage für Salzburg nicht laufen können. Zunächst stürzte der Serienmeister Sturm mit einem 5:0 von der Bundesligaspitze, dann wurde mit dem 3:0 gegen Guimaraes vorzeitig den Einzug ins Europa-League-Sechzehntelfinale fixierte und schließlich gab es am Sonntag gegen Rapid einen 3:2-Auswärtssieg, der aus einem möglichen Dreikampf um den Meistertitel vorerst einen Zweikampf machte.

Nur Sturm ist mit zwei Punkten Rückstand auf den Fersen, Rapid hat hingegen trotz elf Pflichtspielen und fünf europäischer Auswärtsreisen weniger als Salzburg nun schon acht Punkte Rückstand auf Platz eins.

In fünf Spielminuten entschied Salzburg am Sonntag die Partie, machte aus einem 0:1 ein 3:1. "Wir haben die ersten sechs, sieben Minuten nach der Pause total verschlafen, da waren wir orientierungslos", erklärte Rapid-Trainer Goran Djuricin.

"Das restliche Spiel waren wir ganz stark. Es war wichtig, nicht nur dagegengehalten zu haben, sondern agiert zu haben in den meisten Phasen. Die Entwicklung geht gut weiter." Dennoch blieb ein schaler Beigeschmack. "Wir sind für den Aufwand nicht belohnt, aber für jede Kleinigkeit bestraft worden."

"Der Schiedsrichter ist ein armes Schwein"

Vielleicht wäre die Partie anders gelaufen, hätte Paulo Miranda in der Anfangsphase bei seinem Foul an Philipp Schobesberger von Referee Markus Hameter nicht Gelb, sondern Rot gesehen. Das Regelwerk hätte beides gedeckt. "Der Schiedsrichter ist ein armes Schwein. Eine Seite sagt immer schlecht, die andere gut, deswegen schaue ich, dass ich neutral bleibe", betonte Djuricin. Die Leistung des Unparteiischen sei "okay" gewesen.

Hameter stand auch im Mittelpunkt, als er mit seinem Assistenten beim vermeintlichen 3:3 für Rapid das Handspiel von Giorgi Kvilitaia nicht erkannte. Erst auf Intervention des vierten Offiziellen Dieter Muckenhammer wurde der ursprünglich gegebene Treffer noch aberkannt.

Muckenhammer hatte dabei jedoch nicht auf den – in Österreich noch nicht eingeführten – Videobeweis zurückgegriffen, sondern die Situation mit freiem Auge erkannt. Als das Tor zurückgenommen wurde, hatte die TV-Produktion noch keine Zeitlupe der Szene gesendet, weshalb der vierte Offizielle die Fernsehbilder nicht gesehen haben konnte.

So stand am Schluss das Fazit, dass Rapid nun schon bereits seit zehn Partien gegen Salzburg auf einen Sieg wartet. Vom Ziel, auf Augenhöhe mit dem Liga-Krösus zu kommen, sind die Hütteldorfer weiterhin ein schönes Stück entfernt.