Sport | Bundesliga
06.02.2018

Austria-Vorstand Kraetschmer: "Da wird was zerstört"

Der Vizepräsident der Bundesliga ist besorgt.

Austrias AG-Vorstand Markus Kraetschmer verfolgte die Derby-Geschehnisse aus dem Urlaub. "Dennoch habe ich am Sonntagabend viele Telefonate führen müssen." Der Austria-Manager ist auch Vizepräsident der Bundesliga, muss seine Worte folglich mit Bedacht wählen."Aber es ist ein Punkt erreicht, wo etwas zerstört wird." Der Fußball nämlich. "Und diese Vorkommnisse beeinflussen natürlich ein Spiel, da geht es um den Wettbewerb. Rapids Führung ist in dieser Situation gefordert."

Wie würde umgekehrt Kraetschmer reagieren, hätte es sich um Austria-Fans gehandelt? "Wir würden die Leute ausforschen, sofort Hausverbot aussprechen und ein landesweites Stadionverbot fordern."

Die Fan-Zäsur der Austria war das Europacup-Duell mit Bilbao. Damals stand Kraetschmer am Zaun und schickte aufs Spielfeld drängende Fans zurück auf die Tribüne. "Seit damals haben wir klare Regeln aufgestellt." Und dennoch ist man manchen Anhängern nicht immer Herr, vor allem bei Auswärtsspielen. In Rom und in Mailand schwenkten in Wien ausgeschlossene Fans die Reichskriegsfahne. "Daher können die Regeln auf die UEFA-Ebene erweitert. Man stelle sich vor, welche Folgen der Sonntag hätte, wäre das ein Europacup-Spiel gewesen."

Fakt ist, dass Raphael Holzhauser, Reizfigur und einmal mehr Feindbild vieler Rapid-Fans, am Sonntag einen größeren Skandal verhinderte, indem er weiterspielte. Auf Facebook erklärte er: "Ich wollte ein Zeichen setzen und mir nicht den Spaß an meinem Beruf nehmen lassen. Ich als Spieler möchte sich wie jeder andere Spieler auch auf dem Feld sicher fühlen."

Holzhauser hielt fest, dass man nicht alle Fans in einem Topf werfen dürfe. "Ich erwarte aber entsprechende Maßnahmen von den Vereinen und der Bundesliga."