Sport
08.06.2018

Beachvolleyball: Mit dem Riesenrad auf Werbe-Tour

Ein Bild geht um die Welt. Clemens Doppler und Alexander Horst machen Werbung für das Major auf der Donauinsel

Eine Stunde lang mussten Clemens Doppler, Alexander Horst sowie die Norweger Anders Mol und Christian Sørum in 65 Metern Höhe ausharren, um die bestmöglichen Werbebilder für das Major-Turnier in Wien (1. bis 5. August) zu machen. Es ist gelungen: Das Foto erschien in Medien wie der Bild-Zeitung oder der Los Angeles Times, das Video hat eine Million Klicks. Was man nicht sieht? „Ich habe die Augen geschlossen, damit ich keinen blöden Schritt mache, wenn der Ball in der Nähe ist“, gab Doppler zu. Die Spieler waren natürlich mit einem Seil gesichert.

Den nächsten sportlichen Schritt machen die beiden nächste Woche in Baden, wo erstmals ein World-Tour-Event stattfindet. Beim 1*-Turnier sind Doppler/ Horst als Nummer eins gesetzt. Das langfristige Ziel ist eine Medaille bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Doppler ist dann 39, Horst 37 Jahre alt. "also im besten Beacholleyball-Alter", sagt Horst scherzend. Und Horst zählt gewinnt immer noch alle Schnelligkeitsvergleiche mit den Youngsters im Nationalteam. „Ihre körperlichen Werte sind immer noch auf höchstem Niveau“, sagt Trainer Robert Nowotny. WM-Silber 2017 wurde gewonnen, obwohl Doppler im linken Knie kein Kreuzband mehr und rechts einen Muskelriss im Oberschenkel hatte. „Vor der WM in Wien war ich mir fast sicher, dass es die letzte Saison ist. Jetzt bin ich aber wieder voll fit.“ Daher soll die Reise bis Tokio weiter gehen.

Während Doppler nebenbei die Studienberechtigungsprüfung abgelegt hat und auf der FH Burgenland das MBA-Studium "Business Administration & Sport" absolviert, haben sich die beiden für die Aufnahme bei der Polizei angemeldet. Hintergrund ist, dass die Vizeweltmeister für das Bundesheer zu alt sind und daher keine soziale Absicherung haben. 

Ausgesorgt haben die beiden auch nach der WM-Medaille nicht. Zumindest sind mit Vapiano und Kleider Bauer zwei neue Sponsoren dazugekommen, Seat kehrte nach sieben Jahren Pause als Auto-Partner zurück. Ohne WM-Silber, wäre eine Saison auf der World-Tour wegen den geringeren Förderungen nicht mehr zu finanzieren gewesen.