Romy 26.02.2018

Gerhard Liebmann

Gerhard Liebmann (Tatort: Der Tod ist unser ganzes Leben) © Bild: Roland Renner

Böses sehr gut tun: Gerhard Liebmann ist ROMY-nominiert.

Für die Darstellung des Dorfpolizisten Muck in Andreas Prochaskas Landkrimi "Wenn du wüsstest, wie schön es hier ist" war Gerhard Liebmann 2016 erstmals für die ROMY nominiert worden.

Nun ist es abermals eine Mitwirkung in einem Krimi, die Liebmann eine Nominierung bringt: "Tatort – Der Tod ist unser ganzes Leben“. Gerhard Liebmann bringt in der Rolle des Serienmörders Thomas Barthold die beiden Münchner Kommissare Batic und Leitmayr an die Grenzen der Belastbarkeit. Auch am Zuschauer geht dieser düstere Thriller-Plot nicht spurlos vorbei: aufwühlend und drastisch sind jene Szenen, in denen Barthold, der skrupellose Messerstecher mit dem harmolsen Äußeren, über den Zufall als Richter über Tod oder Leben philosophiert; Liebmann überzeugt in jeder Sekunde mit einer schauspielerischen Präsenz, die durch Mark und Bein geht. Großes Kino!

Rückzug und Fortschritt

Als „Star von der Alm“ wurde Liebmann einmal von der Kleinen Zeitung bezeichnet. Weil er als kleiner Bub am Bauernhof und im Sommer auf der Alm schon weiß: „Ich muss Schauspieler werden.“ Davor hat der 1970 geborene Mellacher allerdings einige Hürde zu nehmen: die Matura, Studium der Germanistik und Philosophie und die Angst vor der Schauspielschule.

Das erste Engagement im Ensemble des Linzer Landestheaters („Maria Stuart“) kündigte er, weil die „Knochenmühle“ nicht aushält. Nach dem Rückzug auf die Alm nochmals ein Ensembleversuch im Grazer Jugendtheater Next Liberty. Ab 1999 arbeitete Liebmann nur noch Projekt bezogen.

An denen mangelte es in den letzten Jahren nicht und war oft getragen von der Zusammenarbeit mit Starregisseur Andreas Prohaska. So wurde Liebmann dem breiten Publikum als Autohändler Gerry Dirschl in Prohaskas Kinohit „Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott“ (2010) bekannt. Er spielte in dessen mit der Emmy auszeichneten Movie „Das Wunder von Kärnten“ und in „Das finstere Tal“.

Abera auch mit anderen Regisseuren kann es Liebmann: In Marvin Krens Horrorfilm „Blutgletscher“ (2013) spielte er die Hauptrolle und im selben Jahr in Kurt Palms /Harald Sicheritz’ Filmseller „Bad Fucking“. Im bayerischen „Tatort“ gehörte er als Radtke zum Ensemble. Zur Zeit ist er als Vater in Reinhold Bilgeris "Erik & Erika" als Vater des späteren Skistars zu sehen.

Die Anerkennung seines schauspielerischen Könnens ist groß. Davon zeugen etwa der Österreichische Filmpreis und der Diagonale-Schauspielpreis und, nicht zuletzt, die diesjährige, schon zweite ROMY-Nominierung in der Kategorie Beliebtester Schauspieler Serie/Reihe.

( kurier.at ) Erstellt am 26.02.2018