Romy 26.02.2018

Christian Tramitz und Helmfried von Lüttichau

Christian Tramitz (re.) und Helmfried von Lüttichau (Hubert & Staller) © Bild: Hirschhäuser/UHLIG

Das Duo von Lüttichau und Tramitz umzingelt die ROMY.

Am 21. März wird die letzte, neue Folge von "Hubert & Staller" in der ARD zu sehen sein. Das Erfolgsduo Christian Tramitz ("Hubert") und Helmfried von Lüttichau ("Staller") geht nach dem 116. Fall beruflich wieder getrennte Wege. Die ROMY Gala am 7. April ist damit auch ein Abschiedsfest in einem prunkvollen Rahmen. Verdient haben es sich die Beiden mit vielen skurril-amüsanten Fernseh-Stunden, die sie den Zusehern geschenkt haben. Da wäre die goldene ROMY Statuette schon etwas Besonderes für die ehemaligen Schulkollegen .

Auch wenn er so wunderbar den bajuwarischen Kleinstadt-Polizisten spielt - der aus einem Adelsgeschlecht stammende Helmfried von Lüttichau wurde im Norden, 1956 in Hannover, geboren. Sein Vater förderte bei ihm von klein auf Talent und Wunsch zur Schauspielerei und er schafft gleich nach dem Abitur den Sprung an die renommierte Otto-Falckenberg-Schule in München.

Ab 1980 stand er auf den Brettern, die die Welt bedeuten, im Schauspielhaus Frankfurt, dem Nationaltheater Mannheim und dem Düsseldorfer Schauspielhaus. Nach einigen Jahren und mal größeren, mal kleineren Rollen entschied er sich gegen das Theater und für das weniger steife Fernsehen. Er hatte Serienauftritte zum Beispiel in "Um Himmels Willen" und "Die Rosenheim-Cops".

... and friends

Dann kam 2004 der Anruf von Christian Tramitz: Entstanden sind "Hubert & Staller" aus einem legendären Wilderer-Sketch aus der Comedyshow "Tramitz and Friends", in dem sich ein Jäger (von Lüttichau) und ein Wilderer (Tramitz) auf Fantasiebayerisch unterhalten. Sieben Jahre später streiften sie nicht mehr durch den Wald, sondern durch das ARD-Vorabendprogramm - und später im ATV-Hauptabend.

Für von Lüttichau war "Hubert & Staller" der Durchbruch, trotzdem kündigte der 61-Jährige Ende 2017 den Ausstieg an, um sich neuen Projekten zu widmen. Vielleicht dem Schreiben: Bereits 2012 hatte er den Gedichtband "was mach ich wenn ich glücklich bin" veröffentlicht.

Zum Start von "Hubert & Staller" 2011 war Christian Tramitz bereits ein Kino- und TV-Star. „Der Schuh des Manitu“ und „(T)Raumschiff Surprise Periode 1“ gehören heute noch zu den erfolgreichsten Film-Produktionen im deutschsprachigen Raum. Womit er aber dort gelandet war, wo eigentlich nicht hin wollte: in der Schauspielerei.

Die Hörbigers

Das Vorurteil gegenüber diesem Beruf war quasi erblich bedingt: Mutter Monica ist die Tochter von Paul Hörbiger, mit dem sich das Enkerl aber sehr gut verstand. Christiane Hörbiger und Schwestern sind Tanten zweiten Grades, Mavie Hörbiger seine Cousine. (Tramitz‘ Vater Rudolf war zudem Filmproduzent, sein jüngeren Bruder Nicolas Geremus ist übrigens bei den Wiener Symphonikern.)

Wozu also noch einen Hörbiger-Spross beim Schauspiel, dachte Tramitz und studierte in München - erfolglos - Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaft. Er arbeitete als Tellerwäscher und Aktmodell. Aber irgendwann war es genug der Umwege. Er nahm Schauspiel- und auch Geigenunterricht und spielte dann an kleineren Theatern und TV-Sendern wie TV München, dessen Sendung "Isar 3" auf Figuren zurückging, die Tramitz mit Bully Herbig und Rick Kavanian für eine Radio-Show („Die Bayern-Cops“) konzipiert hatte. Später traf man sich zur legendären TV-Serie "Bully Parade" (1997 - 2002) wieder, deren 20. Geburtstag man 2017 mit einem Kino-Film feierte.

Und auch dazwischen war er und ist er immer noch in Film und Fernsehen sehr präsent mit Gastspielen auch in österreichischen Produktion wie in den "Gipfelzipflern" oder David Schalkos "Altes Geld". Eben feierte "Feierabendbier" mit Tramitz bei der Berlinale Premiere.

Seit den 1980ern ist Tramitz als Synchronsprecher präsent, wie etwa in "Eine schrecklich nette Familie", in den Kino-Streifen "Findet Nemo", "Cars" oder "Findet Dorie". Auch Hollywood-Größen wie Matt Dillon, Ray Liotta, John Cusack oder Ben Stiller haben seine Stimme. Zudem spricht er die Hörbuch-Produktionen der Rita-Falk-Krimis. Da könnte man Tramitz und von Lüttichau ebenso die Stimme geben - für die KURIER ROMY.

( kurier.at ) Erstellt am 26.02.2018