Romy
26.02.2018

Andreas Lust

So viel des Guten: Andreas Lust ist für die ROMY nominiert.

Als Gerichtsmediziner Dr. Stefan Schnell gehört Andreas Lust seit 2009 zum Haupt-Cast der beliebten ORF-Krimi-Serie "Schnell ermittelt" und darf als Wiener einmal einen Wiener spielen. Und nach nunmehr fünf Staffeln kann man auch festhalten: Das Privatleben ist um nichts weniger kompliziert geworden und höchst verwoben mit den Berufen von Schnell und Schnell. Was dank des Spiels für die Zuseher u. a. den Reiz der langlaufenden Serie ausmacht.

Das war es aber noch lange nicht: In "Hari Pinter, Drecksau", die Klagenfurter ORF-Stadtkomödie, die zunächst in Kinos lief, bevor sie Ende des Jahres im TV zu sehen sein wird, gibt er einen Ex-Eishockey-Spieler, der in der "glanzvollen" Vergangenheit lebt.

Ein Solo lieferte Lust in der ROMY-Saison in dem einem Kammerspiel gleich inszenierten Film " Casting", wo die "Leiden der Anspielwurst" und die entrückte Situation des Drehs die Freuden der Kino-Besucher sind. Hart, ohne Sentimentalität und großartig bis tief hinein in diese Sprachlosigkeit von "Die Einsiedler", das bei den Filmfestspielen von Venedig Premiere feierte, zeigt sich Lust im Zusammenspiel mit Filmpartnerin Ingrid Burckhardt.

Mit dieser Vielfalt und Intensität seines Schaffens begründet die Jury Andreas Lusts Nominierung für ROMY 2018.

Frühstart

Schon als 16-Jähriger studierte Andreas Lust am Wiener Konservatorium und am Mozarteum in Salzburg Schauspiel. Danach spielte er auf sämtlichen österreichischen Bühnen wie dem Wiener Volkstheater, aber auch in Deutschland und Bozen.

1994 kam er mit Wolfgang Murnbergers Ich gelobe zu Film und Fernsehen und blieb. Seine erste Hauptrolle spielte er im TV-Film "Die Liebe des Ganoven" (1996).

Lusts Karriere verlief danach aber nicht gradlinig. Beispielhaft dafür: Götz Spielmann entdeckte ihn 2003 beim Casting zu "Antares" - besetzte ihn aber erst 2007 für "Revanche", das dann aber bei den Oscars als bester fremdsprachiger Film nominiert wurde. Im gleichen Jahr spielte er die Hauptrolle in Benjamin Heisenbergs preisgekrönten Streifen "Der Räuber", der auch als Wettbewerbsfilm zur Berlinale eingeladen wurde und Lust den ersten Österreichischen Filmpreis einbrachte.

Zu den Filmen in den vergangenen Jahren gehören u. a. "Der Kameramörder" nach Thomas Glavinic, der auch Eröffnungsfilm der Diagonale 2010 war, Florian Flickers mehrfach ausgezeichneter "Grenzgänger" oder Ophüls-Preis-Träger "Einer von uns" (Regie: Stephan Richter). Im Fernsehen war er neben " Schnell ermittelt" überdies in einigen deutschen "Tatort"-Ausgaben zu sehen.