Romy 26.02.2018

Murathan Muslu

Murathan Muslu (Anna F***ing Molnar, Vorstadtweiber) © Bild: ORF/THOMAS RAMSTORFER

Murathan Muslu ist der Musiker, der auch das Schauspielen kann.

Als sexiest Feuerwehrmann alive rettet Murathan Muslu in "Anna Fucking Molnar" die exzentrische Schauspiel-Diva, in der aktuellen Serien-Staffel spielt er als unergründlicher Krankenpfleger im ORF mit jenen aus der Vorstadt. Vordergründig viel Eros und Body also, wo dahinter Persönlichkeit, Ausstrahlung und facettenreiches Spiel steht. Was Muslu seine erste ROMY-Nominierung bringt.

Der Sohn türkischer Gastarbeiter wurde in Ottakring geboren und lebt bis heute in dem Bezirk, in dem er jede Gasse kennt. In seiner Jugend wurde der Verweigerer von Schule zu Schule gereicht ohne jemals einen Abschluss zu schaffen und arbeitete danach als Installateur-Helfer am Bau.

2011 spielte der Amateur ohne jegliche Schauspielerfahrung den "Papa" für den viel gepriesenen Abschlussfilm seines Freundes Umut Dag. Dieser hatte schon seit einigen Jahren die Regie bei den Musikvideos von Muslus Gruppe Suan Kaan geführt, die mit Rap-Alben wie dem Amadeus-nominierten Aus eigener Kraft recht erfolgreich war. In "Papa" verkörpert der Rapper einen Rapper, eine Rolle, die für ihn also gar nicht so sehr Rolle war.

Ausgezeichnet

Bereits im preisgekrönten " Kuma" erspielt er sich 2012 als schwuler Sohn einer türkisch-konservativen Familie und eigentlichen Nebendarsteller den Status des heimlichen Stars und 2014 beschert ihm die Figur eines Ex-Knackis mit Vatergefühlen im – ebenfalls unter der Regie von Umut Dag gedrehten – Drama "Risse im Beton" Lorbeern: drei Auszeichnungen, allem voran der Österreichische Filmpreis als Bester Männlicher Darsteller.

In einigen Tatort-Folgen – 2016 mit "Tschiller:Off duty" sogar im Kino - gibt er einen Gerechtigkeit stiftenden Kickboxer. Daran, dass diesem ebenso wie dem Großteil seiner Rollen so einige Klischees anhaften und er in der Regel Charaktere mit Migrationshintergrund angeboten bekommt, stößt sich der selbst ernannte „Tschuschenspieler“ nicht. "Ich bin noch in einer Phase, in der ich arbeite, um noch zu lernen. Ich bin noch ein Nobody". Das kann jetzt schnell ganz anders werden.

( kurier.at ) Erstellt am 26.02.2018