Manuel Rubey: "Ich operiere nicht am Herzen"

Manuel Rubey
Foto: Manuel Rubey/Elsa Okazaki Manuel Rubey.

Um Mitternacht endet das Voting zur ROMY, für die Manuel Rubey nominiert ist.

Er ist die eierlegende Wollmilchsau der österreichischen Künstlerszene: Manuel Rubey – beheimatet in der Welt der Musik, des Films, Fernsehens und Kabaretts – fühlt sich überall zu Hause. "Hierzulande wird dieses Allroundertum ja gerne kritisch gesehen. Auch ich denke mir manchmal: ,Ich kann alles, aber nichts so richtig‘. Aber ich sehe das locker, denn ich operiere ja nicht am offenen Herzen, sondern arbeite nur in der Unterhaltungsbranche. Mir persönlich gibt die breite Palette an künstlerischen Aktivitäten sehr viel. Denn jedes Tätigkeitsfeld deckt einen gewissen Bereich ab", sagt Manuel Rubey im KURIER-Interview.

Als musizierender Schauspieler und Kabarettist fehlt Ihnen eigentlich nur noch die Veröffentlichung eines Buches. Manuel Rubey (lacht): "Es gibt tatsächlich Angebote von einigen Verlagen, die sich ein Buch von mir wünschen – obwohl ich noch nie etwas Ähnliches geschrieben habe. Das ist eigentlich unfair gegenüber Schriftstellern, die so etwas kaum oder nie angeboten bekommen. Ich möchte ein Buch-Projekt zwar nicht ausschließen, weil ich neue Herausforderungen grundsätzlich liebe, aber in nächster Zeit wird es keinen Roman von mir geben." Auch kein Kochbuch? Sie kochen ja gerne. "Nein, ich habe dem Kochen nichts Entscheidendes hinzuzufügen." (lacht)

Falco

Seinen Durchbruch als Schauspieler feierte Rubey in der Rolle als Falco in dem Bio-Pic "Falco – verdammt, wir leben noch!" (2008) – seitdem ist er fest in der österreichischen Filmszene verankert.

Für seine Kommissaren-Rolle im Salzburger Landkrimi "Drachenjungfrau" und sein Auftreten in Michael Hofmanns wundervollem Fernsehfilm "Seit du da bist" ist er nach 2015 zum zweiten Mal für eine ROMY nominiert. Eine Dankesrede überlegt sich der 38-jährige Wiener im Vorfeld keine, denn seine Chancen auf einen Sieg schätzt Manuel Rubey als gering ein. "Die Konkurrenz ist enorm. Umso mehr freut es mich, dass ich überhaupt nominiert bin."

Tagesfreizeit

Zurzeit verbringt Manuel Rubey viele Stunden mit Thomas Stipsits – die beiden sind gerade mit ihrem aktuellen Kabarett-Programm "Gott & Söhne" auf Tour. Da aktuell keine Dreharbeiten anstehen, verbringt er die dadurch gewonnene Tagesfreizeit mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern.

"Ich gehe auch viel spazieren und lüfte meine Gedanken aus. Es ist nämlich wieder so ein Punkt in meinem Leben gekommen, an dem ich über meine Karriere nachdenke. Was interessiert mich, was treibt mich an und welche Weichen muss ich stellen, um meine Ziele zu erreichen", analysiert Manuel Rubey.

Welche Projekte stehen heuer noch an? "Ich werde einen ,Tatort‘ in Stuttgart drehen und darin eine wirklich feine Rolle übernehmen. Dann mache ich im Sommer eine Lesung bei ,Der Schwimmende Salon‘, dem Lese-Festival von Angelika Hager und dann hoffe ich, dass das Drehbuch, das ich gemeinsam mit Johanna Moder und Marcel Mohab geschrieben habe, realisiert wird."

Um was geht es? "Es ist eine Geschichte über zwei Bobo-Pärchen, die einen Russen, der politisch verfolgt wird, bei sich zu Hause aufnehmen – und sich dabei wahnsinnig toll vorkommen. Als er dann länger als geplant bleibt und seine Familie mitbringt, versuchen die Bobos, ihn loszuwerden."

Das hört sich nach einer Abrechnung mit den Bobos an. "In diesen Zeiten tue ich mir tatsächlich schwer mit diesem Siebter-Bezirk-Bobo-Getue. Grün wählen, aber BMW fahren. Für Ute Bock spielen, aber die Kinder in eine katholische Privatschule schicken."

(kurier) Erstellt am
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