Romy
07.04.2018

ORF2 zeigt heute neue Romy-Schneider-Doku

Im Vorfeld der großen ROMY-Gala wird um 20.15 Uhr das Leben der Diva nachgezeichnet.

Als Filmstar feierte sie Welterfolge, privat war sie stets auf der Suche nach Glück und Anerkennung: Romy Schneider wäre am 23. September 80 Jahre alt geworden. ORF-Adelsexpertin Lisbeth Bischoff erzählt das bewegte Leben der Schauspielerin in der neuen Dokumentation „Romy – La Rose“ nach. Das Porträt leitet heute um 20.15 Uhr auf ORF2 den „ROMY-Abend“ ein, an dem der nach dem Filmstar benannte Preis verliehen wird.

Chronologisch zeichnet Bischoff darin das Leben von Romy Schneider nach – mit Archivaufnahmen, Filmausschnitten und aktuellen Interviews von österreichischen Wegbegleitern der in Wien geborenen Filmdiva. Zu Wort kommen etwa die Schauspieler Peter Weck, Helmut Berger und Erni Mangold, die mit Romy gedreht haben, aber auch Biograf Günter Krenn sowie Autor und KURIER-Kolumnist Georg Markus.

Sie alle schildern die Faszination, die von ihr ausging – beschreiben aber gleichzeitig ein tragisches Schicksal: „Jeder, den ich interviewt habe, erzählt etwas Negatives. Teilweise bin ich aus dem Schneideraum gegangen und habe mir gedacht: Es ist so deprimierend!“, erinnert sich Bischoff im Gespräch mit dem KURIER an die Arbeiten. „Romy wurde nur enttäuscht und ausgenützt, von Anfang an.“

Fluch und Segen

Romy tritt früh in die Fußstapfen ihrer Mutter, der Schauspielerin Magda Schneider – doch sie leidet unter der dominanten Art. „Ich habe die Interviewpartner nicht extra danach gefragt, aber alle haben von sich aus erzählt, wie besitzergreifend die Mutter war.“

Ihre größte Rolle, die der „Sissi“, ist für Romy Fluch und Segen zugleich. Mit 16 wird sie quasi über Nacht zum Star, doch das Image als liebliche Kaiserin kann sie nie wirklich abschütteln: „Der erste Sissi-Film erschien 1955 – zehn Jahre nach dem Krieg“, erklärt Bischoff die verklärte Sicht des Publikums. „Und da sehen die Menschen plötzlich ein bildhübsches Mädchen, schöne Kleider, eine unverdorbene Liebe. Das merken wir auch bei der Royal-Berichterstattung: Die Menschen wollen Märchen.“

Romys Privatleben verläuft jedoch alles andere als märchenhaft: Ihre große Liebe, der französische Schauspieler Alain Delon, verlässt sie. Auch die Ehe mit dem deutschen Schauspieler und Regisseur Harry Meyen scheitert. Jahre später begeht Meyen Selbstmord, Romy macht sich Vorwürfe.

Ihr größtes Unglück ist jedoch der Tod ihres Sohnes, der beim Überklettern eines Zauns abrutscht und von einer Eisenstange aufgespießt wird. Sichtlich gezeichnet sagt Romy in einem ihrer letzten Interviews: „Ich will diesen Beruf, den ich liebe, nicht weitermachen, bis ich 80 bin. Eines Tages will ich als Oma auf dem Land wohnen, mit Pflanzen um mich herum, mit meiner Tochter und ich will leben.“

Dieser Wunsch bleibt Romy verwehrt. Sie stirbt am 29. Mai 1982 in Paris im Alter von 43 Jahren – ihre Strahlkraft reicht jedoch weit über ihren Tod hinaus. „Sie hat teilweise sehr extreme Rollen gespielt, man musste sie beim Drehen auch oft bremsen“, erklärt Bischoff die Faszination Romy. „Aber ich glaube, man kann auch nur so einen so großen Erfolg haben: Man muss dafür brennen.“

Im Gedenken an die legendäre Schauspielerin zeigt ORF2 heute zwei ihrer Filme: um 13.10 Uhr „Mädchenjahre einer Königin“ und um 23.20 Uhr – im Anschluss an die ROMY-Gala – „Der Swimmingpool“ mit Alain Delon.