Reise
06.07.2018

Die schönsten U-Bahn-Stationen der Welt

Von New York über Berlin, Moskau und Dubai bis nach Taiwan - diese U-Bahnhöfe sollte man gesehen haben.

In vielen großen Städten bringen U-Bahnen Urlauber von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Für die meisten Urlauber sind U-Bahn-Haltestellen nur ein Zwischenstopp zum nächsten  Highlight ihrer Reise. Manchmal sind aber auch die U-Bahnhöfe selbst eine Attraktion. Travelcircus, eine Full-Service-Buchungsplattform für exklusive Kurzreisen, kürte die 10 schönsten U-Bahn-Stationen der Welt.

1. T-Centralen, Stockholm

In ganz Schweden gibt es zwar nur ein U-Bahn-System, doch dieses ist etwas ganz Besonderes: Die Stockholmer U-Bahn ist nämlich eine gigantische Kunstgalerie . Wer also ein Museum der besonderen Art besichtigen möchte, kauft sich in der schwedischen Hauptstadt einfach ein U-Bahn-Ticket. Etwa 150 Künstler haben sich in mehr als 90 der 110 Stationen verewigt und einzigartige Kunstwerke geschaffen.

Moderne Höhlenmalerei
Mosaike, Installationen, Reliefs, riesige Gemälde und interessante Skulpturen - in der Stockholmer U-Bahn gibt es Kunst aus den 1950er bis in die 2000er Jahre zu entdecken. Die Haltestelle T-Centralen ist eine von vielen Kunstwerken im Stockholmer Untergrund und zentraler Knotenpunkt der Stadt. Nach einem Wettbewerb im Jahre 1957 wurde T-Centralen als erste Station von lokalen Künstlern gestaltet.

Travelcircus Reisetipp: Ab der Station T-Centralen finden täglich auch Führungen durch die schönsten Haltestellen statt. Diese Kunstführung ist kostenlos, man braucht lediglich ein gültiges U-Bahn-Ticket.

2. Formosa Boulevard Station, Kaohsiung (Taiwan)

Kaohsiung gehört zu den größten und modernsten Städten in Taiwan. Seit 2008 gibt es in der chinesischen Hafenstadt ein U-Bahn-System mit zwei Linien. Fünf der 37 Stationen wurden von internationalen Künstlern gestaltet und sind eine Attraktion für sich. Der bekannteste  -Bahnhof ist die Formosa Boulevard Station.


Eine riesige bunte Glaskuppel
Das Highlight in der Formosa Boulevard Station ist der sogenannte Lichtdom, ein gigantisches Glaskunstwerk aus 4.500 Glasstücken . Gestaltet wurde es vom italienischen Künstler Narcissus Quagliata. Die kreisrunde Glasdecke hat einen Durchmesser von 30 Metern und ist in vier Teile geteilt, die Wasser, Erde, Licht und Feuer thematisieren. Zu bestimmten Tageszeiten findet eine Lichtshow statt, die die Glaskuppel im wahrsten Sinne des Wortes in einem ganz besonderen Licht erstrahlen lässt.

Travelcircus Reisetipp: Unweit der U-Bahn-Station befindet sich der Liuhe Night Market - einer der bekanntesten und schönsten Nachtmärkte in Kaohsiung.

3. Park Pobedy, Moskau

Die Moskauer U-Bahn ist ohne Zweifel eine der prächtigsten U-Bahnen der Welt! 1935 wurde das U-Bahn-System in Moskau eröffnet. Viele der über 200 Stationen sind wahre Kunstwerke und ähneln eher unterirdischen Kathedralen statt tristen Untergrundbahnhöfen. Vor allem die Stationen der Ringlinie sind reich geschmückt mit Mosaiken und Ornamenten aus Marmor, Granit und Edelsteinen.


Marmor soweit das Auge reicht
Einer der neueren prächtigen U-Bahnhöfe ist die erst 2003 eröffnete Station Park Pobedy. In den Bahnsteighallen glänzt weißer und hellbrauner Marmor an den Wänden und Granit auf dem Boden. Wer hier zur U-Bahn läuft, fühlt sich wie in einem Schloss. Doch nicht nur die U-Bahn Station an sich ist spektakulär, sondern auch die Rolltreppen, die nach unten führen - denn mit 126 Metern Länge gehören sie zu den längsten ununterbrochenen Rolltreppen der Welt!

4. HafenCity Universität, Hamburg

Die Hamburger Hochbahn wurde 1912 in Betrieb genommen und ist damit die zweitälteste U-Bahn Deutschlands. 100 Jahre nachdem die erste U-Bahn durch Hamburg fuhr, eröffnete der U-Bahnhof HafenCity Universität der neuen Linie U4 . Die neue U-Bahnstrecke  verbindet die Innenstadt mit dem modernen Stadtteil HafenCity.


Preisgekrönte Lichtstimmung
Der neue U-Bahnhof ist so modern wie der dazugehörige Stadtteil. Der Blickfang: 12 riesige Leuchtcontainer , die von der Decke hängen. Jeder von ihnen wiegt 6 Tonnen und ist mit 280 LEDs ausgestattet, die den U-Bahnhof in ein zauberhaftes Licht eintauchen. Glatte dunkelbraune Metallplatten an der Wand und an der Decke reflektieren das Lichtschauspiel und sorgen für eine einzigartige Lichtstimmung , die je nach Tages- und Jahreszeit angepasst wird. Für diese tolle Inszenierung erhielt der U-Bahnhof HafenCity Universität 2013 den Radiance Award for Excellence in Lighting Design .

Travelcircus Reisetipp: An Wochenenden und Feiertagen zwischen 10 und 18 Uhr wird zur vollen Stunde eine Licht- und Musikkomposition aufgeführt. Passend zu klassischer Musik wechseln die Leuchtcontainer dann ihre Farbe.

5. City Hall, New York City

Die New Yorker Subway wurde 1904 eröffnet und gehört mit über 450 Stationen zu den größten U-Bahn-Netzen der Welt. Wer schon einmal in New York war, wird sich sicher wundern, wo hier einer der schönsten U-Bahnhöfe der Welt sein soll - denn die meisten Stationen der Subway sind gewiss alles andere als atemberaubend.

Geisterstation in der Wendeschleife
Die erste Subway-Strecke führte von der 145th Street zur City Hall. Die Endhaltestelle lag an einer Wendeschleife und wurde schon damals als eine der schönste U-Bahn-Stationen der Welt gehandelt. Der Grund: Der U-Bahnhof wurde im Stil der Neoromantik erbaut. Die Gewölbeverkleidung mit ihren grün-gelben Fliesen ist in New York einzigartig. An mehreren Stellen dringt sogar Tageslicht in die Station. Aufgrund schrumpfender Passagierzahlen wurde die City Hall Station 1945 aber geschlossen. Auch wenn der U-Bahnhof heute nicht mehr direkt angefahren wird, herrscht hier trotzdem reger Betrieb, denn noch immer wird die Wendeschleife von der Linie 6 befahren, nachdem sie ihren (neuen) Endbahnhof Brooklyn Bridge/ City Hall erreicht hat. Mehrmals im Jahr finden Führungen zu der City Hall Station statt, die aber sehr beliebt und deswegen oft schnell vergriffen sind.

Travelcircus Reisetipp: Wer kein Ticket für eine Führung bekommen hat, der kann einfach an der Endhaltestelle “Brooklyn Bridge/ City Hall” im Zug sitzen bleiben, sich etwas verstecken und dann eine Gratisfahrt durch den verlassenen U-Bahnhof genießen.

6. Toledo Station, Neapel

Seit 1993 kann man in Neapel mit der U-Bahn von A nach B kommen. Das Streckennetz ist mit 23 Stationen und 20 Kilometern Strecke eher überschaubar. Seit 2001 werden im Rahmen des Projektes “Stazioni dell'arte” U-Bahn-Stationen von renommierten Künstlern gestaltet. Mittlerweile gleicht die U-Bahn in Neapel einem großen Museum, denn die Stationen eherbergen mittlerweile über 200 Kunstwerke.

Willkommen in einer anderen Welt
Eine der bekanntesten U-Bahn-Stationen in Neapel ist Toledo, welche seit 2012 in Betrieb ist. Die Station ist eine der tiefsten in Neapel und befindet sich teilweise unter dem Meeresspiegel . Dies spiegelt sich auch in der Gestaltung wieder. Der spanische Architekt  Oscar Tusquets Blanca gestaltete die Bereiche oberhalb des Meeresspiegels so, als wären sie in Felsen gehauen, während die Bereiche unterhalb des Meeresspiegels im Meer zu versinken zu scheinen. Kleine blaue Mosaikfliesen und verschiedene Licht- und Kunstinstallationen vermitteln das Gefühl, unter Wasser zu sein. Das Highlight ist der “Krater” an der Decke über der Rolltreppe, über den Tageslicht in die Tiefe scheint.

Die ganze Station ist ein wahres Kunstwerk. Kein Wunder also, dass sie schon oft als der schönste U-Bahnhof der Welt betitelt wurde und schon mehrere Auszeichnungen erhielt.

7. Marienplatz, München

Seit 1971 gibt es auch in München ein U-Bahn-System. Heute verfügt die Münchener U-Bahn über 100 Kilometer Streckenlänge und 100 Stationen. Der U-Bahnhof Marienplatz ist einer der Hauptknotenpunkte der Stadt. Zu Spitzenzeiten steigen hier jede Stunde mehr als 24.000 Personen um.

Ausreißer in Orange
Alle der 1971 eröffneten U-Bahnhöfe folgen dem Nestler'schen Gestaltungsmuster und sind optisch sehr ähnlich aufgebaut. Gerade Linien, funktionale Raumgestaltung und allgemein sehr schlicht: So sehen die meisten U-Bahnhöfe in München auch heute noch aus. Der U-Bahnhof Marienplatz tanzt da eindeutig aus der Reihe. Statt im tristen Grau erstrahlt diese U-Bahn-Station nämlich in kräftigem Orange . Über lange Fußgängertunnel, die ebenfalls mit orangefarbenen Wandpaneele verkleidet wurden, gelangen die Fahrgäste zur Station.

8. Szent Gellért Square, Budapest

Die Metró Budapest gehört zu den ältesten U-Bahn-Systemen der Welt. Bereits 1896 fuhren die ersten U-Bahnen durch den Budapester Untergrund. Mittlerweile verfügt das U-Bahnnetz über 40 Kilometer Strecke und 52 Stationen. Mosaik-Kunstwerk im Untergrund Die Haltestelle Szent Gellért Square auf der U-Bahnlinie 4 gehört zu den neueren Haltestellen und wurde erst 2014 eröffnet. Der Künstler Tamás Komoróczky war für die Gestaltung der Station verantwortlich und hat diese in ein riesiges Mosaik-Kunstwerk verwandelt. Etwa 2,8 Millionen kleine Mosaikfliesen bilden ein wellenförmiges Muster an der Decke und an den Säulen, sodass man selbst das Gefühl hat, in einer gigantischen Welle zu stehen.

9. BurJuman, Dubai

Die Metro in Dubai gehört zu den modernsten U-Bahnen der Welt und wurde erst 2009 eröffnet. Es gibt zwei Linien und 44 Stationen. Das Besondere: Die Züge fahren gänzlich fahrerlos! Die Metro ist ein beliebtes Fortbewegungsmittel in Dubai und wird von den Fahrgästen vor allem für ihre Sauberkeit und modernen Stationen geschätzt. Der Großteil der Strecke verläuft oberirdisch wie bei einer Hochbahn. Alle Stationen und natürlich auch die Züge selbst sind klimatisiert.

Wie ein Unterwassermuseum
BurJuman war eine der ersten Metrostationen in Dubai. Eröffnet wurde sie 2009 unter dem Namen Khalid Bin Al Waleed. Ende 2012 wurde die Station aber nach dem Einkaufszentrum BurJuman  umbenannt. Das erste was auffällt, wenn man die Metrostation betritt, ist das blaue Ambiente. Die Station wurde zum Thema Wasser gestaltet. Das Highlight sind die riesigen Quallen-Kronleuchter , die einem das Gefühl geben, selbst unter Wasser zu sein. An den Wänden hängen zudem viele Fotos, die die Geschichte der Fischerei und Perlentaucherei in Dubai zeigen.
 

10. Rathaus Spandau, Berlin

Die gelben Züge sind ihr Markenzeichen: Bereits 1902 eröffnete die Berliner U-Bahn als “Hoch- und Untergrundbahn”. Damit war sie die erste U-Bahn in Deutschland. Das Gesamtnetz erstreckt sich heute über 146 Kilometer und besteht aus 10 Linien und 173 Stationen.

Denkmalgeschützte U-Bahn-Schönheit
Die U-Bahnhöfe in Berlin sind sehr unterschiedlich: die einen schlicht und zweckmäßig, die  anderen imposant und reich geschmückt. Zu den zwei schönsten Berliner U-Bahn-Stationen gehören Heidelberger Platz und Rathaus Spandau. Letztere wurde vom Architekten Rainer G. Rümmler entworfen und 1984 eröffnet. Die 64 Lampen , die von der Decke hängen und die mit Granit verkleideten Säulen verleihen dem U-Bahnhof eine ganz besondere Atmosphäre . Seit 2017 steht der U-Bahnhof als Zeugnis der Nachkriegsmoderne unter Denkmalschutz. Den schönsten Blick auf die ganze Station hat man von der Galerie aus, die über die Gleise führt.