Reise
27.11.2016

Kanada: Die fabelhafte Wundertüte der Natur

Kanadas Einmaligkeit lässt sich am besten mit Flugzeug, Bahn, Bus, Schiff, Fähre, Helikopter, Gondel und Ice Explorer erobern. Hit für 2017: Anlässlich der Staatsgründung vor 150 Jahren ist der Eintritt in alle 46 Nationalparks kostenlos.

Naturwunder wie die 600 Millionen Jahre alten Berggipfel der Rocky Mountains und die tosenden Niagarafälle in der Provinz Ontario. Endlose Weiten und Cowboyfeeling in den Prärien um Calgary. Wälder. Seen und Flüsse, die gletschereiswasserblau leuchten.

Grizzlys, Schwarzbären, Elche. Karibus (Rentiere) und Wapitis (Hirsche). Indian Summer und "Fall Foliage". Kulinarische Nationalheiligtümer wie Ahornsirup und Poutine (Pommes, Cheddar-Käse, Bratensoße). Süffiger (Eis)-Wein aus der wunderschönen Niagara-Region und zu Hause gebrautes Bier. Eishockey und Baseball.

Europäisch anmutende Städte wie Quebec und Montreal, hippe Citys wie Toronto und Vancouver, in allen wird Englisch und Französisch gesprochen. Tim Hortons – die kanadische Antwort auf McDonald’s. Shoppen bei Roots, dem Kanada-Brand mit dem Biber-Logo. Oder in einem der landesweit 90 Hudson’s-Bay-Kaufhäuser. First Nations (indigene Völker) und Immigranten aus aller Welt. Das macht aktuell nahezu 37 Millionen Einwohner. Wenig für ein Land, das fast so groß wie Europa ist.

Weltoffener Mix

Kanada offenbart sich bei meiner Rundreise als ein mega-interessanter, weltoffener Mix mit freundlicher, multikultureller Atmosphäre – vom ägyptischen Souvenirhändler im Jasper Nationalpark, dem argentinischen Rocky-Bergführer Max über den malenden Inder in Montreal bis zu den Zigtausenden Chinesen in Vancouver, die man ins Land holte, um die Canadian Pacific Railway aufs Gleis zu bringen.

Der coole (wie ihn Einheimische nennen "Beauty Boy")-Premierminister Justin Trudeau, einst Türsteher, Barkeeper und Snowboardlehrer, setzt 2017 auf das generell positive Image Kanadas noch eins drauf: Anlässlich der Staatsgründung vor 150 Jahren ist der Eintritt in alle 46 Nationalparks kostenlos!

Starten wir die Tour am besten im Banff Nationalpark in Alberta, den das Magazin National Geographic Traveler soeben auf die "Best of the World"-Liste 2017 gesetzt hat. Wir erreichen das Naturparadies Anfang Oktober bei Schönwetter über den Trans-Canada Highway von der wenig interessanten Rinder- und Öl-Stadt Calgary, die als Tor zu den Rockys gilt. Die Auffahrt mit Banff Gondolas offenbart ein Traumpanorama, der Bergort selbst auf 1384 m Höhe ist der wohl beste touristische Platz in diesem Naturparadies, bietet viele Pubs mit Livemusik, Shops und eine nette Flanierzone.
Tags darauf schneit es, von den schönen Seen und der umliegenden Bergwelt kriegen wir bei den Kältezitter-Stopps nur wenig mit. Wir wandern kurz über Wege und Brücken durch den Maligne Canyon, begegnen dort einer Horde von Chinesen, deren "Leithammel" eine Bärenglocke trägt, die wie eine Kuhglocke klingt. "Damit vertreiben Sie Bären, die mögen keinen Lärm," sagt Guide Max. Weder einen Schwarzbären noch einen Grizzly haben wir gesehen. Lake Louise gilt als Grizzly-Hochburg, am Ende des Sees hat einer seine Höhle, erzählt Fairmont-Lake-Louise-Hoteldirektor Gregor Resch. Im feinen Grandhotel speise ich eine französische Zwiebelsuppe. Die gibt’s übrigens fast überall in Kanada.

Tal der zehn Gipfel

Vorbei am Gletscher-gespeisten Moraine Lake und durch das Tal der zehn Gipfel haben wir Lake Louise (banfflakelouise.com) erreicht. Après-Ski ist hier bei Minus 20 Grad im Dezember ein Fremdwort. "Von November bis April kann keiner einen Schneeball formen. Alles Pulver," so Max, der sich wie andere in der Kleinstadt Canmore im Bow Valley angesiedelt hat. Das ist leistbar, die Infrastruktur passt, Ferienwohnungen gibt’s auch.

Bei Schönwetter stünde nun eine Traumfahrt auf dem 230 km langen Icefields Parkway an, der durch die Berglandschaft zwischen Lake Louise und Jasper führt und bei Wohnmobilurlaubern beliebt ist. Aber nix da. Alles grau in grau. Hauptsehenswürdigkeit an der Route ist das Columbia-Eisfeld. Doch der Ice Explorer, der uns auf den Athabasca-Gletscher bringen soll, streikt. Wir begnügen uns mit dem Ausblick vom Glacier Skywalk, einer Rundbogen-Plattform mit Glasboden, 280 m über dem Sunwapta-Tal.
Auch Jasper und den gleichnamigen Nationalpark mit dem Maligne Lake sowie der im See liegenden Spirit Insel, erleben wir bei Schneetreiben. Die Kanadier lassen dennoch ihr mit Proviant bepacktes Kanu ins Wasser, paddeln davon. Alle Achtung!

Rocky Mountaineer

Wir rollen dem Schnee auf Schienen davon. Besteigen in Jasper den Luxuszug Rocky Mountaineer, Gold Leaf Class, mit Dachpanoramafenstern für den perfekten Rundumblick, Speisesalon und Aussichtsplattform im unteren Bereich.
Jetzt haben wir Glück: Die Wolkendecke hebt sich, der Mount Robson, mit 3954 Metern höchster Berg der Region, drängt in den blauen Himmel. Was für ein Anblick!

Wir rattern entlang des Fraser River, werden an Bord kulinarisch verwöhnt, erspähen Seeadler in Baumnestern und sehen kilometerlange Lastenzüge am anderen Ufer vorbeirollen. Nach einer Übernachtung in Kamloops fahren wir bei angenehmen Temperaturen in die nicht nur ob ihres Klimas lebenswerte Stadt Vancouver in British Columbia ein. Der Besuch der Totempfähle (bei Indianern der Nordwestküste verbreitet) im Stanley Park ist ebenso ein Muss wie die Fährüberfahrt nach Victoria auf Vancouver Island.

Info

Anreise Z. B. mit KLM ab Wien via Amsterdam nach Montreal und Vancouver. www.klm.com

Einreise Österreicher müssen die Einreisegenehmigung eTA online um 7 CAD beantragen. http://www.cic.gc.ca/english/visit/eta-start.asp

Zeitdifferenz zu MEZ je nach Region in Kanada -4,5 bis -9 Std.

Klima Große Temperaturunterschiede wegen räumlicher Erstreckung. Feuchtes Pazifik-Klima an Westküste, trockenes Kontinentalklima in den Prärieprovinzen, atlantisches Klima im Osten. Beste Reisezeit für Rundreisen Juni bis September.

Preisniveau 1 € =1, 44 Kanadische Dollar (CAD), 1 CAD = 0,70 €. Bier je nach Menge 3, 50 – 9,70 €, Beef Burger 10 €, Suppe 6,30 €, Elch-Carpaccio 12 €, Poutine 7,70 €, gegrillter arktischer Saibling mit Beilagen 17,40 €

Hoteltipp Direkt am See gelegen ist das imposante Fairmont Chateau Lake Louise. Hotelmanager Gregor Resch stammt aus NÖ. Rundum Wanderwege, im Winter Skifahren und Eislaufen. http://www.fairmont.de/lake-louise/
Gebührenfrei Zimmer buchen: Tel. 00 800 0441 1414

Angebote von Raiffeisen Reisen
- "Best of Kanada. Vom Osten in den Westen": Linienflüge mit KLM/Air France ab/bis Wien, Inlandsflug mit Air Canada MontrealCalgary. Die Rundreise mit 12 N/F umfasst Toronto, Niagarafälle, Ottawa, Quebec, Montreal, Calgary, Banff NP, Lake Louise, Jasper NP, Sun Peaks, Vancouver, Vancouver Island/Victoria, weiters die Ausflüge Niagarafälle/ Hornblower-Cruise, 1000 Island Bootstour ab Rockport, Schneemobil-Fahrt am Athabasca-Gletscher, lokale deutschsprechende Reiseleiter, Raiffeisen-Reisebegleitung ab/bis Wien
– Sechs 2 Wo.-Termine vom 29. April bis 2. September 2017
– Preis: ab 3995 €/P/DZ, EZ-Aufpreis ab 790 €
150 Jahre Kanada-Frühbucher-Bonus bei Buchung bis 31. 12. 2016 pro Person 150 €

- "Goldener Ahorn"– Zug-Erlebnisreise: Flüge ab/bis Wien, Rundreise Toronto, Niagarafälle, Zugfahrt mit dem Canadian (Art-Deco-Stil) TorontoJasper (3 N im Kajüt–Liegewagen), Zugfahrt mit dem Luxuszug Rocky Mountaineer in der Silver-Leaf-Class BanffVancouver, 5 x Ü in zentralen Komfort-Hotels in Toronto und Vancouver, 3 x Ü in Lodges im Jasper-Nationalpark und im Banff-NP, 1 Nächtigung in Mittelklasse-Hotel in Kamloops, diverse Mahlzeiten, Transfers, Stadtrundfahrt in Toronto und Vancouver, Besuch des CN-Towers und des Aussichtspunkts Glacier Skywalk, Seilbahnfahrt von Banff zum Sulphur Mountain
– Deutschsprechende Reiseleitung während der Reise
– Termine 2017: 9.–22. Mai, 20. Juni–3. Juli, 22. Aug.–4. Sept., 12.–25. Sept., 26. Sept.– 9. Okt.
– Preis: ab 5520 €/P/DZ, EZ-Aufpreis Hotel 970 €,
Aufpreis GoldLeafClass im Rocky Mountaineer 430 €, Ausflugskombi Niagara/Banff 460 €,
–Wasserflugzeug von Vancouver nach Victoria 165 €

Details & Buchung ÖAMTC Reisen, Schubertring 1–3, 1010 Wien, Tel. 0810 120 120, www.oeamtc.at/reisen
Raiffeisen Reisebüros, z. B. Rotenturmstraße 27,1010 Wien, 01 / 533 77 82, rotenturmstrasse@raiffeisen-reisen.at