© Daniela Davidovits

Reise
06/06/2019

Faszination Afrika: So unterschiedlich sind die einzelnen Länder

Bücher und Filme prägen unsere Sicht des Kontinents. Doch Afrikas Länder sind ganz unterschiedlich.

von Daniela Davidovits

Mit dem Satz „Ich hatte eine Farm in Afrika, am Fuße der Ngong-Berge“ weckte Meryl Streep die Sehnsucht nach dem Reisen. Filme wie „Jenseits von Afrika“ zeigen endlose Landschaften, opulente Farben und berührende Menschen. Heute ist es oft schwierig, diese Bilder mit den Nachrichten von Hunger und Krieg in Einklang zu bringen. Sie überlagern manchmal unser Interesse.

In Südafrika kann man sehr einfach erste touristische Schritte machen, auch als Afrika-Neuling. Vor Johannesburg wird gewarnt, aber auch in anderen Gegenden spürt man den „schwarzen“ Kontinent: Es fühlt sich anfangs eigenartig an, eine hellere Hautfarbe zu haben. Das gibt sich mit der Zeit und in den Touristengegenden. Der Blyde River Canyon etwa mit seinen Steilwänden ist der exotische Bruder des Grand Canyon und lockt viele Reisende.

Auf einer Safari werden Kindheitsträume wahr: Nichts ist beeindruckender, als einem Löwen oder Elefanten zu begegnen. Wenn der Ranger seine Gruppe sogar zu Fuß zu dem grauen Riesen führt, krönt das ein Reiseleben. Die Riesengorillas aus den TV-Dokus machen Uganda zu einem Erlebnis.

Die Eindrücke von Afrika sind überall unterschiedlich, sagt man. Wer nach Nordafrika fährt, wird von den Innenhöfen der Riads von Marrakesch andere Bilder mitnehmen als Taucher aus Ägypten. Auch in Äthiopien zeigt der Kontinent seine Unterschiede. Dort ist der Massentourismus noch nicht angekommen, was das Reisen anstrengender, aber berührender macht. Die Menschen freuen sich ehrlich über die Besucher. So führt der deutschsprachige Guide Getnet seine Gäste voller Stolz zu den wenig bekannten Weltkulturstätten wie den Felsenkirchen von Lalibela. Er liebt es, die ursprüngliche und die moderne afrikanische Kultur zu erklären.

Bei einer weiteren Reise im Westen Südafrikas zeigt sich noch ein Aspekt: In Kapstadt ist der frühere europäische Einfluss spürbar, das mag manche stören, zeigt aber auch die Vielschichtigkeit der Geschichte. Hierher kamen Pioniere und Flüchtlinge, die sich ein besseres Leben erhofften. Und sich nichts mehr wünschten als eine Farm in Afrika.

Buchtipp: 46.000 Kilometer durch Afrika reisen

„Von einer, die auszog, um leben zu lernen“, erzählt dieser ungewöhnliche Reisebericht über Afrika. Zwei Jahre waren Lena Wendt und ihr Freund unterwegs und  brachten beeindruckende Bilder aus 14 Ländern mit.

Buch: Lena Wendt, „Reiss aus“,  Knesebeck, 16,50 Euro

Buchtipp: So schön ist Namibia

Die höchsten Sterndünen der Welt, das NamibRand-Natur- reservat, die Wüste Namib – das macht Namibia zu einer Lieblingsdestination von Fotograf  Michael Poliza. Das Land sei leicht zu bereisen, sagt er. Porträts der Einwohner und Aufnahmen aus der Luft machen Lust.

Buch: Michael Poliza, „Namibia“, teNeues, 80 Euro