Barcelona - am Hausstrand steht ein Kunstwerk von Rebecca Horn

© Florentina Welley

Barcelona
03/31/2013

Folge dem Ruf des Papageis

Die etwas andere City-Tour zu Trend-Vierteln, skurriler Kunst und auf den Berg Montjuic.

von Florentina Welley

Gaudí ist nicht alles. Barcelona, die unvollendete Stadt des begnadeten Bau-Künstlers, hat viel mehr zu bieten. Meine Tour abseits der Trampfelpfade begann mit dem Pfeifen des Nordwinds am Flughafen, mit vielen Kunstobjekten von Rebecca Horn und Roy Liechtenstein auf dem Weg in die spanische Kunst-Stadt und – mit dem Schreien der Papageien. Die waren dann auch mein persönlicher City-Guide.

Befremdliche Schreie

Ja, wer lieber gegen den Touristenstrom unterwegs ist, sollte den Papageien folgen. Denn die Schreie der Mönchssittiche sind das erste, etwas befremdliche, weil zunächst nicht zuzuordnendes Geräusch, das man inBarcelona wahrnimmt.

Blickt man zum Himmel, ist man überrascht von den Vogelschwärmen, die überall Nester bauen, wo Palmen oder Platanen die Alleen säumen. Da das in der katalanischen Hauptstadt meist die Prachtstraßen sind, die zu den schönsten Parks und Bauten führen, kann man getrost den gefiederten Guides folgen. So läuft man durch die weitläufige Parkanlage Parc de la Ciutadella und erfrischt sich hier mit reifen Orangen direkt vom Baum oder spaziert auf der Avinguda Diagonal zum futuristischen Büroturm Agbar von Jean Nouvel.

Hausberg Montjuic

Das Erholungsgebiet der Barceloner liegt vis à vis des neuen österreichischen k+k-Hotels, von dessen Dachterrasse man eine herrliche City-Skyline genießt. Auch den Montjuïc entdeckt man am besten dem Flug der grünen Vögel nach. Erstaunlicherweise ist oben auf dem Hausberg, der neben einer botanischen Parkanlage auch etliche Museen und Klöster beherbergt, schon jetzt Frühling. Bäume und Sträucher blühen und der Blick in die Bucht und auf das Meer ist wunderbar. Die Terrasse des Cafés Miramar an der Seilbahnstation dürfte Treffpunkt aller Teenies der Welt sein.
Hinauf empfiehlt es sich übrigens mit der Seilbahn zu fahren, die Station Moll de Marina ist im Hafen, in der Nähe des historischen Bahnhofs Sants Estació. Es ist einzigartig, mit der roten Gondel über das Meer, den Hafen und das World Trade Center über die Dächer auf den Montjuïc zu schweben.

Auf der Plaça de Catalunya im Zentrum wirken die Platanen noch winterlich kahl im harten Sonnenlicht. Rundum stehen die Doppeldeckerbusse mit offenem Dach für die Touristen bereit – zum Ansturm auf Sehenswürdigkeiten wie Parc Güell, Gaudí-Kathedrale Sagrada Familia und Torre Agbar.

Rund um die Flaniermeile Ramblas und die Allee Passeig locken auch Luxus-Shops und globale Mode-Labels wie Zara und Mango. Hier empfehlen sich kleine Kultur-Abstecher. Etwa in die Casa Milà von Antoni Gaudí. Oder man betrachtet die Lichtspiele der bunten Fenster in der Kuppel der imposanten Sagrada Familia.

Eine Radtour führt etwa durch Poblenou. In dem renovierten ehemaligen Industrieviertel siedelten sich junge Kreative an. Schattige Cafés und kleine Läden finden sich hier. Die Radtour führt weiter durch das neue Wohn- und Büroviertel Diagonal Mar direkt am Meer, vorbei an der imposanten Architektur Edifici Fórum von Herzog & de Meuron, den Port Olimpic mit Aussichtsterrasse und E-Bike-Ladestation sowie der goldenen Fisch-Skulptur „Peix“ von Frank O. Gehry.

Meereshungrige queren die Bucht mit einem Katamaran, der vom Plaza Colón abfährt. Am Ende des Tages, bevor die Bars im angesagten Born-Viertel mit Tapas und die Restaurants rund um den Mercat Santa Caterina mit frischem Fisch locken, stoßen Flanierer in der Zona del Esquirol auf das typische Barcelona: junge Modeshops mit Namen wie „Der Schmerz geht unter die Haut“ oder „Herzblut“.

Zwei Geheimtipps: Bierliebhaber besuchen die Fabrica Moritz, eine Brauerei aus dem Jahr 1856, in dessen Keller sich geheimnisvolle Spiegel-Pyramiden befinden. Spa-Fans besuchen das orientalische Bad „Aire de Barcelona“ neben dem k+k Hotel Picasso. In den dunklen Katakomben glitzern blaue Wasserbecken, es duftet herrlich nach Massageölen und man fühlt sich hier wie im Märchen aus tausendundeiner Nacht.

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