Reise
24.01.2018

Der schönste Platz Thailands

Luxus pur auf der Insel Phuket. Das Amanpuri hat auch nach 30 Jahren nicht an Glanz verloren.

Was für ein Kontrast: Erst die Fahrt durch die unzähligen Touristenorte mit ihren neonbeleuchteten Souvenirläden, plastikbestuhlten Thai-Schnellimbissküchen, großen und kleinen Hotelanlagen – wie man sich Phuket, das klassische Ferienziel Thailands, eben vorstellt. Und dann geht der Schranken eines der schönsten Resorts der Welt auf. "Friedlicher Platz" heißt Amanpuri übersetzt. Tropische Pflanzen und Palmenhaine säumen die Straße, die in Serpentinen über eine ganze Halbinsel führt. Zwischendrin versteckt die Villen, die zwar in Privatbesitz sind, aber von der Hotel-Gruppe Aman an zahlungskräftige Gäste vermietet werden.

Vorbei an Tennisplätzen, am Fitnesscenter mit Rundumverglasung, an den Hotel- und Spa-Pavillons kommen wir zum schwarzblauen Hauptpool, umringt von Restaurants, Bars und der Lobby – rechtzeitig zum Nachmittagstee mit Kanom Krok, diesen himmlischen Reis-Kokos-Küchlein. Das Areal ist so weitläufig, dass die Gäste auf Wunsch jederzeit per Shuttle zu den Villen, Resort-Suiten, zum Strand, zum Morgensport oder zur Massage mit dem Buggy chauffiert werden.

Unsere Gruppe bezieht die Villa Nummer 34, mit neun Schlafzimmern, drei Stockwerken, Lift, Küche, Wohn- und Speisezimmer, das größte Haus.Wer der Besitzer ist, wird uns nicht verraten. Unfassbar, wie sich die Villen inmitten einer ehemaligen Kokosplantage einfügen. An der Spitze der Landzunge erstrecken sich die 30 Anwesen (zwei bis neun Schlafzimmer) im Thai-Design mit den spitzen Dächern und warmen Hölzern. Traumhafte Ausblicke auf die Andamanensee, der Himmel färbt sich beim Sonnenuntergang rosa und orange. Millionen Mal bestaunt, Millionen Mal fotografiert, Millionen Mal auf irgendeinem Social-Media-Kanal geteilt. So richtig happy macht es einen aber eh nur, wenn man live im 20 Meter langen, mitternachtsblauen Infinity-Pool planschend erlebt, wie die Sonne im Meer versinkt. Und am Beckenrand der Kaffee steht, den eine der liebenswerten Hausdamen, die Tag- und Nacht für das Wohl der Gäste sorgen, serviert.

Überraschungen

Das Villenpersonal liest uns jeden Wunsch von den Lippen ab, bereitet das Frühstück auf der Terrasse vor und überrascht uns mit netten Betthupferln: eine traditionelle "Nang Talung"-Figur (Schattenspielpuppe), eine für einheimische typische, dunkelblaue One-Size-Fischerhose aus Leinen, die im Bund zusammengeschnürt wird, oder ein Kunstwerk aus Lotusblüten, die im Buddhismus für Reinheit, Spiritualität, Erwachen und Treue stehen.

Flink, freundlich und umsichtig sind auch die jungen Männer auf den zwei exklusiven Amanpuri-Stränden. Sie verschieben die gepolsterten Liegen, wohin man will, spannen Schirme auf und ab, legen frische Handtücher auf und bringen Wasserflaschen, Eiswürfel und Gläser.

Knurrt der Magen, wird entweder zur Liege serviert, oder man schafft die paar Schritte zum Restaurant "Nama" (= unverfälscht) am Strand, wo die traditionellen japanischen Köstlichkeiten "Washoku" (= Harmonie der Speisen) zubereitet werden. Zurück unter dem Schirm schweift der Blick auf Stand-Up-Paddler, Tretsurfbrettfahrer, Schnorchler und Jet-Ski-Flitzer. "Soll ich oder soll ich nicht?"

Nicht. Lieber, wie Liegen-Nachbar Kenzō Takada, die Ruhe im Schatten genießen. Der fesche japanische Modedesigner (79) mit der weißen Haarsträhne ist Gast des berühmten Architekten Ed Tuttle, der vor mehr als 30 Jahren für das Unternehmerehepaar Adrian and Bebe Zecha in dieser Kokospalmen-Plantage ein Privathaus plante. Schon bald erkannte Zecha, Gründer der Regent International Hotelkette, dass dieses große Areal "nach einem Resort schreit". Das war der Beginn der Aman-Gruppe.

Entspannung pur

Der Luxus, der aus dieser Idee entstanden ist, kann sich sehen lassen. Das Resort hat auch nach drei Jahrzehnten nicht den Glanz verloren. Im Gegenteil. Das Angebot an Fitness, das Spa-Konzept mit erstklassiger Ernährungsberatung und ganzheitlichen Programmen für Stressabbau, zum Entgiften oder zum Abnehmen und die Restaurants, in denen auf höchstem Niveau – italienisch, thailändisch, japanisch oder international – gekocht wird, ist auf höchstem Niveau.

Spa-Direktorin Dr. Alison Stone lädt zum veganen Lunch ein und zeigt uns, wie man mit kalorienarmen, feinsten Speisen nicht nur satt wird, sondern auch gesund bleibt. "Warme Milch mit Kurkuma entgiftet, Ingwer beruhigt den Magen, gelbe Pflanzen sind gut für die Leber." Die Engländerin stellt nach einem Beratungsgespräch ihren Gästen ein individuelles Programm (Spa, Fitness, Mentaltraining, Ernährung) zusammen.

Speziell von Alison ausgesucht sind auch die verschiedenen Therapeuten, die sie immer für einige Wochen ins Amanpuri holt. Wie Masako Ota, die uns mit ihren vielen Stimmgabeln zum Schwingen bringt. Wir schließen die Augen, singen die Tonleiter – jeder Ton korrespondiert mit einem der sieben Chakren, wir liegen Kopf an Kopf im Kreis, die Japanerin hält uns abwechselnd Stimmgabeln an die Füße, und siehe da, die Vibration fährt durch den ganzen Körper, ein herrliches Gefühl.

Ähnlich auch die Stunde von Anamai Apaiso, mit dem wir üben, den richtigen Ton für jedes Chakra zu treffen: z. B. "A" für das Hals-, "Ar" für das Herz- oder "Em" für das Kronenchakra. Und das Beste kommt zum Schluss, wenn uns Anamai mit seiner chinesischen Harfe zu einer tiefen Meditation verhilft.

Highlight

Und dann folgt eine der besten Thai-Massagen. "Soft, medium or strong?", ist die erste Frage der zierlichen Therapeutin. Sie drückt und schiebt über verspannte Muskeln, hüpft elastisch, lautlos wie ein Kätzchen auf den Massagetisch, verbiegt und verrenkt die Extremitäten, bis es in der Wirbelsäule klickt und kracht. Eine Erleichterung, wenn das Knochenwerkel wieder wie geschmiert läuft. Wie kann dieses zarte, kleine Geschöpf so viel Kraft haben? Die Krönung der 90-Minuten-Behandlung ist die Ölmassage, die einem in Trance, einen Halbschlaf, einen Tagtraum – wie auch immer man diesen Zustand der totalen Entspannung nennen mag – fallen lässt.

Strand-BBQ

Mit diesem Gefühl der Entspannung empfängt uns Paul, der General Manager des Amanpuri, auf dem Strand zum privaten Dinner. Auf den Stufen Hunderte Kerzen, Fackeln im Sand, thailändische Musiker sorgen für romantische Stimmung – vorausgesetzt, man mag die Klänge des Xylophons "Ranad Ek" oder der Fidel "Saw Duang". Frisch vom Grill werden Hummer, Fischvariationen, Langusten, Fleischspieße und Gemüse serviert. Paul, der seine Karriere als Koch in der Schweiz begann und sein Handwerk im Palace Hotel in St. Moritz und bei der thailändischen Königsfamilie gelernt hat, weiß, wie man Gäste verwöhnt.

All dieser wunderbare Luxus hat auch seinen Preis (siehe Info). Wie kann sich diese bunt gemischte Gästeschar – ob Jung oder Alt, Hetero oder Homo, Familien oder Singles – das leisten? Sie kann. Es sind erfolgreiche Unternehmer, Künstler, junge Start-up-Profis aus aller Welt, die hier unerkannt und stressfrei ihre Ferien genießen.

Anreise Thai Airways fliegt seit November 4 x wöchentlich (ab 550 €) nonstop von Wien nach Bangkok. Optimale Umsteigezeiten für Anschluss im Inland und nach Asien. Thai wurde bei den Skytrax Airline Awards 2017 für „World’s best Economy Class Airlines“ und „Best Economy Class Airline Catering“ ausgezeichnet. www.thaiair.at

Beste Reisezeit von November bis April

Währung 1 Euro = 39 Bhat (THB)

Das Amanpuriist eines der luxuriösesten Hotels Thailands mit 40 Pavillons und 30 Villen (2 bis 9 Schlafzimmer) mitten in subtropischer Vegetation im Palmenhain auf einer ganzen Halbinsel von Phuket. Fünf verschiedene Spitzenrestaurants, ganzheitlicher Spa, der alle Stückeln spielt, Wellness- und Ernährungsprogramme, Gym, Beach Club mit Cocktail-Bar und Lounge, Tennisplätze und viele Wassersportmöglichkeiten. Großartiges Service, 500 Mitarbeiter für maximal 600 Gäste. Preis pro Pavillon, je nach Saison, ab 580 € pro Nacht. Villen ab 2700 € pro Nacht (2 Schlafzimmer), mit Meerblick und Pool steigen die Preise.www.aman.com

The Pensinsula in Bangkok

ist ideal für einen 1- bis 2-tägigen Stopover. Das 5*-Hotel liegt mitten in der Stadt in einer grünen Oase am Ufer des Chao-Phraya-Flusses. Alle Zimmer mit Blick auf Stadt und Fluss. Sechs verschiedene Restaurants, großartiger Spa, Tennisplätze und tolle „Health and Harmony“- Programme, wie Yogasession im Gong-Wu-Tempel (kostenlos) Preis: Deluxe-Zimmer ab 242 € pro Nacht.www.peninsula.com

Restaurant Issaya in Bangkok, thailändische Küche auf höchstem Niveau, zählt zu den 50 besten Restaurants der Welt, www.issaya.com

Museum Jim Thompson House in Bangkok, sechs 200 Jahre alte Häuser, die der amerikanische Architekt originalgetreu wieder aufbaute. Eintritt: 150 THB (3,80 €)

Auskunft www.thailandtourismus.at