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Politik
06/26/2012

Tirols SP-Chef zieht sich total zurück

Hannes Gschwentner tritt zurück – Grund ist mangelnde Unterstützung aus der Partei.

Mit einem Knalleffekt endete am Dienstag ein kurzfristig angesetzter Termin in der Innsbrucker SP-Landesgeschäftsstelle: Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter Hannes Gschwentner, der erst am Vorabend bei einer Sitzung des Parteivorstands überraschend sein Amt als Landes­parteivorsitzender zurück gelegt hatte, kündigte gestern an, dass er bis Herbst auch aus der Landesregierung ausscheiden will.

"Ich habe beschlossen, den Weg für neue Gesichter freizumachen", erklärte der 54-Jährige, der am 4. Mai 2002 als Nachfolger von Herbert Prock zum Landesparteichef gewählt worden war. Er habe Sozial-Landesrat Gerhard Reheis, der interimistisch die Geschäfte als geschäftsführender Parteivorsitzender übernimmt, angeboten, sein Amt sofort zurück zu legen, sagte Gschwentner. Doch Reheis habe ihn ersucht, ihm noch so lange Zeit zu geben, bis er ein zweites SPÖ-Regierungsmitglied gefunden hat.

Wenig Rückhalt

Als Grund für seinen Rückzug gab Gschwentner an, dass es aus dem Parteivorstand im Gegensatz zu 2008 keine 100-prozentige Unterstützung mehr für ihn gegeben habe. "Diesen Rückhalt braucht ein Vorsitzender besonders, wenn es gilt, unpopuläre Schritte zu setzen, wie sie nach den Stimmenverlusten notwendig waren".

Reheis kündigte an, dass er das Amt des geschäftsführenden Vorsitzenden "mit Demut und Respekt" antrete. Die Partei wolle er strukturell reformieren und bei der Landtagswahl 2013 als Spitzenkandidat einen Erfolg einfahren. Wann der nötige Parteitag abgehalten wird, war noch offen.

Obwohl Gschwentner in der SP nicht immer unumstritten war, kam sein Rücktritt doch überraschend. Bei der Landtagswahl 2008 war die SP von 25,85 auf 15,46 Prozent abgestürzt, heuer folgte bei der Innsbrucker Gemeinderatswahl eine herbe Niederlage.

Gschwentner, einst Polizist, Bürgermeister seiner Heimatstadt Kundl und zuletzt Gemeindeamtsleiter von Rum, ließ seinen weiteren Weg offen. Aufgrund zahlreicher Qualifikationen habe er keine Bedenken, bei einer Bewerbung nicht erfolgreich zu sein.

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