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Politik
09/17/2012

Schulproblem anpacken statt schönreden

Deutschlernen noch vor Eintritt in die Schule: ein vernünftiger Vorschlag.

von Martina Salomon

Exakt 46,6 Prozent der Wiener Schüler(innen) haben eine andere Muttersprache als Deutsch. Auch wenn das natürlich bei Weitem nicht bedeutet, dass genau so viele nicht oder nur schlecht Deutsch sprechen: Es ist dennoch eine extreme Herausforderung für das Bildungswesen der Bundeshauptstadt. (In den restlichen Bundesländern ist der Anteil höchstens halb so hoch.)

Die Gretchenfrage ist: Wie kann man die Chancen Betroffener erhöhen, ohne sie zu diskriminieren und ohne den Bildungsfortschritt der Klasse zu hemmen? Es spricht einiges für den Vorschlag von Integrationsstaatssekretär Kurz: Wenn ein Kind nicht ausreichend Deutsch kann, soll es vor Eintritt ins Regelschulwesen eine Vorschulklasse oder einen mehrmonatigen Crashkurs besuchen. (So machen es die Schweden.) Ersteres ist schon jetzt möglich – wird aber oft von den Eltern torpediert, die fürchten, dass ihr Kind ein Jahr verliert. Doch jetzt verlieren Kinder noch viel mehr: den Anschluss ans Klassenniveau – und die Lust am Lernen für immer.

In der Theorie funktioniert die Integration von Schülern mit schlechten Sprachkenntnissen in bestehenden Klassen. In der Praxis jedoch fehlen wegen des Pädagogenmangels derzeit Begleitlehrer. Oder es werden gleich sieben solcher Jugendlicher in eine einzige Klasse einer "Neuen Mittelschule" gepresst, in der schon 90 Prozent Migrationshintergrund haben. Man spricht miteinander dann schlechtes Deutsch oder die (oft ebenfalls nur mangelhaft beherrschte) Muttersprache. Da stehen dann auch Super-Lehrer auf verlorenem Posten. Würde man diese Schüler wenigstens auf mehrere Schulen mit höherem Deutschsprachigen-Anteil verteilen, wäre schon viel gewonnen. Lügen wir uns nicht in den Sack: Es gibt noch extrem viel zu tun.

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