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Politik
06/29/2012

Nach dem Zeugnis ab in den Süden

Eine Million Autos sind auf den Straßen unterwegs. Krisendestinationen werden jetzt zum Last-Minute-Renner.

von Dominik Schreiber

Rund 300.000 österreichische Autos, dazu 700.000 ausländische, vor allem aus den Niederlanden und Deutschland werden an diesem Wochenende auf den Straßen unterwegs sein", warnt ARBÖ-Sprecher Thomas Woitsch. Grund dafür sind auch die heißen Temperaturen. Am Wochenende könnte der bisherige Juni-Rekord (37,2 Grad) gebrochen werden. Das Quecksilber soll sogar vereinzelt die 38-Grad-Grenze knacken. Damit wird auch ein Ansturm auf die Freibäder und Badeseen erwartet.

Aufgestockt

Auch rund 50 Flugzeuge zusätzlich werden in Wien-Schwechat abheben, dazu haben die ÖBB ihre Kapazitäten um 13.000 Sitzplätze aufgestockt. Immerhin fünf bis acht Milliarden Euro (je nach Quelle) geben die Österreicher heuer für Sommerferien aus. Laut Reisebarometer der europ-assistance verbringt etwa ein Viertel den Urlaub im eigenen Land, sieben Prozent machen eine Fernreise außerhalb Europas. Dabei denken offenbar alle an die notwendigen Kinderpässe, am Flughafen mussten für Vergessliche erst zwei Notpässe ausgestellt werden.

Neben den beiden beliebtesten Urlaubsländern Italien und Kroatien, sind heuer Zuwächse in Spanien und der Türkei zu verzeichnen. Allerdings sind einstige Krisenregionen dank Schnäppchenpreisen zum Renner in letzter Minute geworden: „Im Juni verzeichnen wir Anstiege bei Griechenland, Ägypten und Tunesien", berichtet Walter Kral, Vertriebsleiter bei Ruefa-Reisen. Am Ende soll es damit in Griechenland nur mehr ein Minus von zehn Prozent geben.

„Die Schiffe fahren bei uns, es gibt keine Streiks, auch die Geldautomaten funktionieren entgegen anderslautenden Meldungen", sagt Dhanassis Mylanopolos vom Hotel San Antonio in Paros. „Die Stammkunden sind uns treu, aber wir haben 40 Prozent weniger Gäste als im vergangenen Jahr."

„In den Unterkünften ist es ruhiger und auch sonst ist alles fein", berichtet sein prominenter Gast Matthias Simoner, der Gitarrist von Christina Stürmer. Wer lieber hier bleibt, wird an den angenehmen Seen seine Freude haben. Der Kärntner Wörthersee etwa lockt mit 24 Grad, der Stausee Ottenstein (NÖ) mit 23 Grad oder der Neusiedler See mit 22 Grad.

Ferienstart für 470.000 Kinder in Ostösterreich

Alma Grausam ist glücklich. Die achtjährige Wienerin freut sich über ein Zeugnis mit lauter Sehr gut, vor allem aber freut sie sich auf die anstehenden Ferien. „Das wird super", sagt die Volksschülerin aus Wien. Vor ihr liegen zwei Monate ohne Schule, kleinere Reisen mit der Familie und viel Freizeit, die sie mit ihren Freundinnen verbringen wird.

So wie ihr geht es derzeit 470.000 Kindern und Jugendlichen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Hier überall wurden am Freitag die Zeugnisse verteilt. Die Altersgenossen in den westlichen Bundesländern müssen trotz der bevorstehenden Hundstage noch die Schulbank drücken. Ihre schönste Zeit des Jahres beginnt erst eine Woche später.

Ilona Kammerlander kümmern die Sorgen der Kinder in Westösterreich wenig. Sie hält ihr Zeugnis bereits in Händen. „Eigentlich hab ich mich schon seit den letzten Ferien auf diese Ferien gefreut", sagt die Achtjährige.

Für 14.500 Wiener Schüler werden die nächsten drei Monate weniger entspannt. Sie alle haben einen Fetzen in ihrem Zeugnis. Für die Bundesimmobiliengesellschaft BIG, der viele Schulgebäude gehören, gibt`s ebenfalls keinen Urlaub. Mit Anfang Juli starten Renovierungsvorhaben in ganz Österreich.

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