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Politik
09/12/2012

Islamisten-Mob muss Einhalt geboten werden

Muslim-Autoritäten sind gefordert: Wer zur Gewalt schweigt, wird Mittäter.

von Walter Friedl

Wieder einmal ist der islamistische Mob auf den Barrikaden – und bestätigt damit gängige Vorurteile im Westen. Im Namen Allahs wird geplündert und gemordet. Wie jetzt in Libyen, wo US-Diplomaten getötet wurden. Und das wegen eines völlig schwachsinnigen und unbedeutenden Filmes, dessen Trailer auf YouTube zu sehen ist. Es ist schon richtig, der Prophet kommt darin gar nicht gut weg. Der amerikanische Autor, Regisseur und Produzent Sam Bacile zeigt Mohammed als einfältigen, blutrünstigen, bisexuellen Kinderschänder. Tenor: Der Islam ist eine hasserfüllte Religion.

Diese Pauschalierung ist natürlich völliger Nonsens und richtet sich selbst. Genauso, wie es frühere Aktionen waren, wie die Koran-Verbrennung in einer Kirche eines fundamentalistischen Pastors in Florida oder die Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung. Nur: Freie Gesellschaften müssen auch Platz für extreme Ansichten bieten, solange in diesen nicht zu Gewalt aufgerufen wird. Im kritischen Dialog mit den Bürgern werden die Extremisten dort bleiben, wo sie sind – am Rand der Gesellschaft und letztlich irrelevant.

Dialog tut not

Dialog tut not Der blutige Aufstand in Teilen der islamischen Welt gegen die jüngste Provokation war leider vorhersehbar. Und ist mit aller Schärfe zu verurteilen. Kritik ja, Gewalt nein. Als jüngst vermutlich ultra-orthodoxe Juden auf eine Klosterwand nahe Jerusalem "Jesus ist ein Affe" schmierten, brannten danach Synagogen, oder wurden israelische Botschaften attackiert? Gott sei Dank nicht.

Die muslimischen Autoritäten sind nun gefordert, dem Mob Einhalt zu gebieten. Ein Schweigen würde sie zu Mittätern machen. Und den so dringend notwendigen interreligiösen Dialog, der ohnehin kaum vorankommt, weiter erschweren.

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