INTERVIEW: BM M†CKSTEIN

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Politik Inland
10/19/2021

Corona-Prognose: Seitwärts in die nächste Welle

Hohe Infektionszahlen, aber stabile Werte auf den Intensivstationen. Dennoch glaubt der Gesundheitsminister, dass die Zahlen in den nächsten Wochen steigen werden.

von Richard Grasl

Eine Woche vor den Herbstferien ist die Corona-Situation in Österreich verhältnismäßig ruhig. Und es ist das eingetreten, was die Regierung (noch unter Kanzler Sebastian Kurz) für diesen Herbst vorhergesagt hatte: Die Zahl der Neuinfektionen ist zwar auf ein Niveau gestiegen, das wir vor einem Jahr noch als brandgefährlich betrachtet hätten, angesichts der Impfungen aber nur zu einer überschaubaren Belastung der Intensivstationen führt.

Am Dienstag wurden 2.590 neue Infektionen gemeldet. Die Zahl der durch Corona-Patienten belegten Intensivbetten liegt am gleichen Stand wie am Vortag - bei 219. Damit liegt man von jenem Wert, der Stufe 2 auslösen würde noch deutlich entfernt. Ab einer Belegung von 300 Intensivbetten gilt dann die 2-G-Regel in der Nachtgastronomie sowie bei Veranstaltungen ab 500 Personen ohne zugewiesene Sitzplätze.

In Wien wurde das ja schon vorgezogen, und tatsächlich hat Wien seit Mitte September eine bessere Entwicklung genommen als andere Bundesländer. Im derzeit am stärksten betroffenen Salzburg wurde gestern im Alleingang eine FFP2-Maskenpflicht in allen Gebäuden verordnet. Über drei Gemeinden (Annaberg-Lungötz, Adnet und St. Koloman) wurde eine Testpflicht für die Ausreise verhängt.

Dennoch glaubt auch Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein an steigende Zahlen in den nächsten Wochen. "Was wir derzeit sehen, ist eine Seitwärtsbewegung", so Mückstein bei einer TV-Diskussion für Falter und W24 am Montag. "Allerdings könnte es demnächst zu einem Anstieg kommen".

Mückstein wies dabei Kritik zurück, dass man im Gesundheitsministerium nicht vorausschauend genug handle: "Vor drei Wochen haben alle gesagt, dass man gleich alle drei Stufen auf einmal verordnen sollte. Jetzt sieht man, dass wir mit den bisher verhängten Einschränkungen aber gut zurechtkommen", so der grüne Gesundheitsminister.

Kaum mehr Impfungen

Wenig positive Nachrichten gibt es hingegen von der Impfkampagne. In den letzten Wochen sind kaum noch zusätzlich Immunisierungen hinzugekommen. Vergangene Woche waren es nur mehr 9.153 Stiche pro Tag, und das, obwohl vielen Bürgern bereits die dritte Impfung verabreicht wurde. Zum Höhepunkt der Impfwelle wurden Anfang Juni mehr als 140.000 Stiche pro Tag gesetzt. Mückstein zur Kritik an fehlenden Kampagnen aus seinem Haus: "Die Zeit, in der man mit Plakaten und dem ORF Menschen zum Impfen gebracht hat, ist leider vorbei. Und zielgruppenspezifische Werbung für Tiktok oder für Migranten haben wir gemacht". Gegenüber einer Impfpflicht ist er weiterhin skeptisch: "Ich lehne eine allgemeine Impfpflicht ab, das würde die Sache eher schlechter als besser machen." Und eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Lehrer?

"Da ich damit rechne, dass noch im heurigen Jahr die Impfung für fünf- bis zwölfjährige Kinder zugelassen wird, fällt das Thema weg. Denn nur wenn es diese Impfung nicht gäbe, wäre das überhaupt verfassungsrechtlich zulässig. Und dann bräuchte es Übergangsfristen", so Mückstein.

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