Politik | Inland
17.01.2018

Was kostet das 1000-Quadratmeter-Plakat der FPÖ?

Ein Politikergesicht auf über 1000 Quadratmetern - und tausende Pendler fahren täglich daran vorbei. Ein FPÖ-Plakat ist im derzeitigen Niederösterreich-Wahlkampf kaum zu übersehen. Was kostet so etwas?

Wiener Neudorf, kurz vor Wien. Von der Südautobahn ist er für zehntausende Pendler und SCS-Shopper auch im diesigen Winter täglich gut zu sehen - und mit ihm seine riesigen Werbeplakate. Die Rede ist vom als "Palmers-Hochhaus" bekannten Bürokomplex in Wiener Neudorf, der in diesem Monat ein Teil des niederösterreichischen Wahlkampfs geworden ist. Seit Anfang Jänner hängt dort in überlebensgroßem Format Udo Landbauer, der Spitzenkandidat der FPÖ für die Landtagswahl, der sonst mit polemischen und kontroversiellen Aussagen auffällt.

Was kostet so ein Riesen-Sujet eigentlich? Die sonst nach eigenem Bild so auf Transparenz bedachte FPÖ gibt sich auf Anfrage von Kurier.at geheimnisvoll. Sie will nicht sagen, wie viel sie für das etwa 60 Meter breite Plakat ausgegeben hat, heißt es in der Landesgeschäftsstelle. Es sei der übliche Preis für das Werbeprodukt, man habe natürlich eine gewisse ebenfalls marktübliche Rabattierung erhalten.

Verwaltet werden das Gebäude und die Werbefläche von der Firma "Triconsulting". Dort nannte man auf Anfrage einen Preis von 20.000 bis 25.000 Euro für die einmonatige Miete. Man betont, dass sich der Preis aus Tausenderkontakten errechnet. Etwa 8,8 Millionen Augenpaare soll die Werbefläche im Monat auf sich ziehen. Auf eine nachfolgende Anfrage nach dem Gesamtpreis inklusive Herstellung wollte man keine Auskunft mehr geben.

Denn bevor man ein Plakat aufhängen kann, muss man es produzieren. Das wenig aufregende Sujet - Landbauer verspricht im Porträtfoto lächelnd "Neue Kraft für UNSERE Heimat" - musste schließlich auf eine 1040 Quadratmeter große Fläche gedruckt werden. In Österreich können das nicht viele Firmen. Eine, die es kann (aber das Plakat nicht produziert hat), schätzt die Kosten grob auf 25.000 bis 30.000 Euro. Billiger sei es möglicherweise in Osteuropa.

Die FPÖ weist diese Schätzung als "meilenweit daneben" zurück. Der wahre Herstellungs-Preis liege etwa bei einem Drittel dieser Summe, man wolle aber die Rabattierung des tatsächlichen Lieferanten nicht der Öffentlichkeit preisgeben und deshalb keine genauere Auskunft geben. Auch bei "Triconsulting" gibt man sich bezüglich der tatsächlich beauftragten Druckerei zugeknöpft. Auch wer das Plakat hergestellt hat, will man nicht sagen.

Bleiben also nur Schätzungen über die Gesamtkosten: Insgesamt ergeben sich dabei zwischen 30.000 bis 60.000 Euro für das Ausnahmeplakat. In diesem Rahmen bewegen sich auch Komplett-Angebote anderer Unternehmer für diese Werbeform. Ein Unternehmer, der nicht genannt werden will und die Fläche im vergangenen Jahr mieten wollte, gibt gegenüber Kurier.at an, ein Angebot von etwa 36.000 Euro für Miete, Montage und Herstellung von "Triconsulting" erhalten zu haben. Ein solches liegt der Redaktion auch vor.

Die Wahlkampf-Obergrenze in Niederösterreich liegt im "kürzesten Wahlkampf aller Zeiten" erstmals bei sechs Millionen Euro pro Partei. Im letzten Landtags-Wahlkampf 2013 lag diese noch bei 7 Mio. Euro. Nach der Abrechnung lagen davon aber alle Parteien weit entfernt. Die ÖVP als einzige darüber (8,9 Mio. Euro). Die FPÖ gab damals an, 1,8 Millionen ausgegeben zu haben. Gewählt wird 2018 in Niederösterreich am 28. Jänner.