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09.10.2017

KURIER-OGM-Umfrage: Schwarz-Rot out, aber jeder Dritte für Schwarz-Blau

Kurz stabil auf dem ersten Platz, Strache als "lachender Dritter".

Wende ja, aber wohin? Laut aktueller KURIER-OGM-Umfrage liegt Sebastian Kurz ÖVP mit 33 Prozent stabil auf dem ersten Platz, gefolgt von der Kanzlerpartei SPÖ mit 27 Prozent. Die Freiheitliche Partei hat seit Wochen den dritten Platz (25 Prozent) inne und konnte – für manche wider Erwarten – von den wechselseitigen Dirty-Campaigning-Vorwürfen von Schwarz und Rot nicht als "lachender Dritter" profitieren.

Gemäß den aktuellen Umfragedaten dürften nur drei Koalitionsvarianten nach der Wahl am 15. Oktober eine rechnerische Mehrheit erreichen, denn: Die Grünen, wie auch die Liste von Peter Pilz, rangieren derzeit bei vier Prozentpunkten und müssen sogar um den Einzug ins Parlament bangen. Die Neos liegen bei fünf Prozent.

"Wähler wollen Wende"

"Die 1000 Befragten wollen eine Wende", erklärt OGM-Chef Wolfgang Bachmayer im KURIER-Gespräch. 34 Prozent wollen eine schwarz-blaue Regierung. "Die Präferenz erklärt sich auch durch den thematischen Paarlauf von ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache insbesondere in den TV-Duellen, aber auch durch die jeweiligen Wahlprogramme."

Zudem würden die "permanenten, warnenden Hinweise der Spitzenkandidaten links der Mitte" bei den Wählern als Indiz gewertet werden, dass eine "ÖVP-FPÖ-Regierung nicht nur wahrscheinlich, sondern auch realistisch ist", sagt der Meinungsforscher. Auch das Gros der ÖVP-Wähler (54 Prozent) und der FPÖ-Wähler (64 Prozent) will eine schwarz-blaue Regierung.

Für eine Regierungszusammenarbeit von SPÖ und FPÖ – sie hätten gemeinsam 52 Prozent der Stimmen –plädieren lediglich 13 Prozent der Befragten; davon 28 Prozent der SPÖ-Wähler und 23 Prozent der FPÖ-Wähler.

Dass etwaig die von Sebastian Kurz geführte Volkspartei nach dem Wahlsonntag eine Regierungszusammenarbeit mit den Neos und den Grünen eingehen könnte, hält OGM-Chef Wolfgang Bachmayer für "eine politisch-visionäre und doch etwas naive Vorstellung."

"Dirndl-Koalition naiv"

Die sogenannte "Dirndl-Koalition", die Neos-Chef Matthias Strolz erst jüngst im ORF-Duell mit der Grünen Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek ins Treffen führte, gehe "von einem noch besseren Ergebnis der Volkspartei aus", so Bachmayer. "Zudem müssten Pinke wie Grüne am Sonntag sehr solide Ergebnisse erzielen."

22 Prozent der Befragten wollen weder eine Wiederauflage der großen Koalition noch Sebastian Kurz mit Heinz-Christian Strache oder Christian Kern mit dem FPÖ-Chef in der Regierung sehen.