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14.10.2017

Kanzler Kern warnt vor der Wahl nochmals vor Schwarz-Blau

Laut Kern beginne sich die Stimmung im Land zu drehen und die Chancen für die SPÖ stünden "exzellent", sagte er am Viktor-Adler-Markt.

SPÖ-Chef Christian Kern hat im endgültigen Finale des sozialdemokratischen Wahlkampfs noch einmal vor Schwarz-Blau gewarnt. Bei der gut besuchten Abschlussveranstaltung der Wiener SPÖ am Viktor-Adler-Markt meinte er Samstagvormittag: "Wir stehen vor einer Weggabelung." Schwarz-Blau stehe für Sozialabbau, die SPÖ dagegen für soziale Verantwortung.

Seit einigen Jahren hat ja die FPÖ den Viktor-Adler-Markt im ehemaligen Arbeiterbezirk Favoriten als Ort für ihren Abschluss traditionell Freitagnachmittag gebucht. Die SPÖ zieht nun immer am Samstagvormittag nach. Zu sagen hat das für den Kanzler nichts: "Das ist unser Platz, das war unser Platz und das wird immer unser Platz sein."

Die Aussichten für den Wahlsonntag sind nach Meinung Kerns gut. Die Chancen stünden "exzellent", die Stimmung im Land beginne sich zu drehen. Denn die Menschen würden realisieren, was eine neue Regierung von ÖVP und Freiheitlichen bedeuten würde.

Die ÖVP werde von der Immobilienbranche finanziert: "Denen sind sie zu Dank verpflichtet", erwartet Kern ein weiteres Ansteigen der Mieten. Den Freiheitlichen warf er vor, das selbe Wirtschaftsprogramm wie die ÖVP zu haben, das nur Milliardengeschenke für die Vermögenden beinhalte: "Die kleinen Leute werden sie verraten, wie sie es schon einmal getan haben."

Die SPÖ schilderte Kern hingegen als jene Partei, die für Gerechtigkeit einstehe und jedem im Land die Chance geben wolle, seine Träume zu verwirklichen. Angeführt wurden vom Spitzenkandidaten diverse Maßnahmen, die zuletzt auf Druck der Sozialdemokraten umgesetzt worden seien wie die Aktion 20.000 für Langzeitarbeitslose oder die Angleichung der Rechte von Arbeitern und Angestellten.

Entsprechend zeigte sich Kern überzeugt: "Unser Land wird in fünf Jahren ein anderes sein abhängig davon, wer sich bei dieser Wahl durchsetzt." Komme neuerlich Schwarz-Blau, gebe es ein "dickes Ende", aber nicht für jene, die jetzt schon wohlhabend seien.

Nicht fehlen durfte auch beim Abschluss das bei Kern schon bekannte Medien-Bashing. Namentlich der Tageszeitung Österreich und der Kronen Zeitung hielt er vor zu meinen, sich den Bundeskanzler selbst aussuchen zu können und entsprechende Kampagnen zu fahren.

Den Worten Kerns lauschten einige hundert Interessierte sowie Parteiprominenz vor allem aus der Wiener Landesorganisation wie Bürgermeister Michael Häupl, Finanzstadträtin Renate Brauner, Wohnbaustadtrat Michael Ludwig oder Nationalratspräsidentin Doris Bures. Letzter Kern-Termin vor dem Wahlgang ist noch zu Mittag ein Besuch der "Game City". Dann ist bis morgen Vormittag Entspannung angesagt. Um 10.30 Uhr wird der SPÖ-Chef in seinem Wohnbezirk Wien-Neubau zur Wahl schreiten.