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Politik Inland
03/31/2021

Verteilen von Selbsttests: 10 € pro Packung für Apotheken

Für den Testwilligen sind die Wohnzimmertests gratis, für die Apotheke ein Zuverdienst: 24,83 Millionen Stück wurden ausgeliefert.

von Johanna Hager

Testen in den eigenen vier Wänden und das kostenlos? Das ließ sich die Bevölkerung in Österreich nicht zweimal sagen.

Drei Tage nach dem Start Anfang März waren die sogenannten Wohnzimmertests in 74 Prozent der rund 1.400 österreichweiten Apotheken vergriffen. Mittlerweile sind sie wieder vorrätig, so die Apothekerkammer auf KURIER-Nachfrage.

24,83 Millionen seien bis dato ausgeliefert worden, allein diese Woche seien es 6,93 Millionen Tests. Für April seien die Apotheken gut mit Testpaketen versorgt, heißt es seitens der Apothekerkammer. Eine Packung enthält fünf Selbsttests.

Pro Monat steht jeder krankenversicherten Person, die älter ist als 15 Jahre und nicht aus der elektronischen Krankenakte hinaus optiert hat, eine Packung zu.

Großzügiges Honorar

Die Apotheken werden für das Verteilen der Packungen honoriert. Wie aus dem Bundesgesetzblatt – 35. Bundesgesetz: Änderung des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (NR: GP XXVII IA 1215/A AB 673 S. 85. BR: AB 10544 S. 922.) ausgegeben am 26. Februar 2021 hervorgeht, bekommen Apotheken pro ausgegebenem 5er-Pack an Gratis-Tests 10 Euro. Konkret heißt es in der Gesetzesstelle §742b. (3) „Der Krankenversicherungsträger hat pro abgegebener Packung ein pauschales Honorar in Höhe von zehn Euro zu bezahlen. Zuzahlungen der bezugsberechtigten Personen sind unzulässig. Der Bund hat dem Krankenversicherungsträger die daraus resultierenden Aufwendungen aus dem COVID-19-Krisenbewältigungsfonds zu ersetzen.“

Der Staat kauft die Tests den Herstellern ab und gibt sie gratis an die Apotheken weiter. Und dafür, dass diese die Test-Packungen verteilen, fließen die zehn Euro pro Packung.

Ein Rechenbeispiel zur Veranschaulichung: Allein die bisher ausgelieferten Tests bringen den Apotheken knapp 50 Millionen Euro. Wenn sich eine Million Österreicher jeden Monat eine Packung holt, bedeutet das zehn Millionen Einnahmen pro Monat für die Apotheken.

In einem Quartal wären das 150 Millionen, gesetzt den Fall, die Tests sind vorrätig und finden Abnehmer. Die Wohnzimmertests gelten bis dato nicht als Eintrittstests.

Worin konkret die Leistung beim Aushändigen der Tests besteht, beantwortet ein Sprecher des Gesundheitsministeriums dem KURIER wie folgt: "Die Leistung der Apotheke umfasst dabei die Prüfung der Anspruchsberechtigung bei Abholung, den Abruf, die Lagerung und Ausgabe der Selbsttests, die Dokumentation der Ausgabe und die Beratung und Anleitung der Personen, die sich die Selbsttests abholen.“

Seitens der Apothekerkammer heißt es gegenüber dem KURIER: "Die Apotheken bekommen bisher vom Großhandel Selbsttests in 20-25er Stück, diese werden von den Apothekenteams in 5er Test-Pakete umgepackt." Bis dato gibt es 5 verschiedene Hersteller für die Selbsttests, die in Österreich seitens der Apotheken angeboten werden. Dementsprechend groß sei der Aufwand, um die notwendigen Gebrauchsanweisungen je nach Hersteller zu vervielfältigen und beizulegen. "Pro Hersteller wurden extra Piktogramme erstellt, damit die Anwendung leichter fällt. Zudem verrechnet der Großhandel für die Distribution an die Apotheken umgerechnet pro 5er-Testpaket 1,25 Euro. Kurzum: Es ist kein Geschäft, es ist kostendeckend."

In Apotheken kann man nicht nur Selbsttests abholen, sondern sich auch testen lassen. Für die Durchführung dieses Tests, der auch als Eintrittstest gilt, bekommt eine Apotheke 25 Euro, und zwar "für die Probenentnahme samt Material, die Auswertung der Probe, die Dokumentation sowie die Ausstellung eines Ergebnisnachweises“, so das Gesetz.

Der Artikel wurde aktualisiert.

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