Van der Bellen über Marihuana: "Ich kann mich vage erinnern"

Strache, Drogen und Religion: Schüler sprachen mit Hundstorfer und Van der Bellen.

Erstes Hofburg-Duell: Hundstorfer und Van der Bellen stellten sich  gemeinsam  Fragen  der Schüler des Linzer Adalbert-Stifter-Privatgymnasiums Alexander Van der Bellen betont leger
in Jeans und Sneakers

Der Bundespräsidentschaftswahlkampf kommt langsam auf Touren. Auf Einladung des katholischen Adalbert-Stifter-Privatgymnasiums in Linz stellten sich Alexander Van der Bellen und Rudolf Hundstorfer am Donnerstag den Fragen der rund 500 anwesenden Schüler. Es war das erste Mal, dass beide in dieser Kombination aufeinandertrafen. Andreas Khol, Irmgard Griss und Norbert Hofer waren ebenfalls geladen, hatten wegen terminlicher Engpässe aber abgesagt.

Für Van der Bellen war es ein Heimspiel. Eine im Vorfeld von der Schülerzeitung getätigte Umfrage ergab, dass 62,7 Prozent der Stifter-Schüler ihm ihre Stimme geben wollen. 14,8 Prozent präferieren Griss, 12,7 Khol, 9,17 Hundstorfer und nur 0,7 Prozent Hofer. "Dass Van der Bellen bei euch mehr Zustimmung hat, war mir von vornherein klar, aber, dass auch der Khol vor mir liegt, darüber müssen wir noch reden", meinte Hundstorfer augenzwinkernd.

Van der Bellen – mit Sneakers und Jeans ungewohnt locker gekleidet – fühlte sich sichtlich wohl bei den Jugendlichen. Ob er eine FPÖ-ÖVP-Koalition mit HC Strache als Kanzler angeloben würde? "Ich würde alles tun, das zu verhindern", sagte der 72-Jährige. Es sei mit seinem Gewissen nicht vereinbar, einem wie Strache die Geschicke Österreichs anzuvertrauen. "Ich habe keine persönliche Abneigung gegen ihn. Das Hauptproblem ist die Europapolitik der freiheitlichen Partei, die darauf hinausläuft, das Vereinte Europa zu zerstören."

Neben politischen Fragen gab es auch sehr persönliche an die Kandidaten. "Glauben Sie an Gott?", wollte Schulsprecher-Stellvertreterin Tabea Mitterbauer wissen. "Ich glaube an das Testament, aber nicht an Gott", erwiderte Van der Bellen, der aus der evangelischen Kirche ausgetreten ist: "Das war aber ein Blödsinn, weil es aus Zorn über den Pfarrer passiert ist. Jetzt trage ich mich mit dem Gedanken wieder einzutreten", ergänzte er. "Ich bin ein Ungetaufter und habe nicht vor, das zu ändern", erklärte Hundstorfer, der betonte, dass er mit allen Religionen in Harmonie zu leben versuche.

Ob sie schon einmal Marihuana konsumiert haben? "Nein", versicherte Hundstorfer spontan. "Ich kann mich schon vage erinnern – ich hab’ in Oslo einmal etwas zu rauchen gekriegt, von dem ich furchtbare Albträume hatte", bekannte Van der Bellen.

(kurier) Erstellt am
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