Politik | Inland
22.04.2018

Umfrage: Schwarz-Blau wäre beliebteste Koalitionsvariante

Person Haslauer punktete mit „Verlässlichkeit“, FPÖ-Svazek als junge Kandidatin.

Der unaufgeregte – um nicht zu sagen „fade“ – Wahlkampf der Salzburger Volkspartei kam offenbar beim Wähler an: „Verlässlichkeit“ war für jene, die bei Wilfried Haslauers Partei ein Kreuzerl gemacht haben, das Top-Argument.

„Schon in Niederösterreich Tirol und Kärnten setzte sich der neue Typ des sachlichen Landeshauptmannes durch“, erklärt Politologe Peter Hajek. Laut Umfrage (im Auftrag von ATV) wählten 21 Prozent die ÖVP, weil sie mit der Arbeit zufrieden sind, 16 Prozent nannten bei der spontanen Angabe Haslauer einen „guten Landeshauptmann“, 20 Prozent bezeichneten sich als „Stammwähler“.

Auf ihre Stammwähler konnte auch die SPÖ zählen – 22 Prozent ihrer Wähler deklarierten sich als solche. Für insgesamt 23 Prozent waren die Themen ausschlaggebend.  Die Strategie, sich als Gegenpol zu Schwarz-Blau zu inszenieren, ging nicht auf.

Als Spitzenkandidat hatte Walter Steidl laut Umfrage die schwächste Zugkraft: Nur 20 Prozent wählten die Roten seinetwegen. Zum Vergleich: Bei der ÖVP spielte Haslauer für 46 Prozent, bei den Grünen Rössler für 38 Prozent eine „sehr wichtige“ Rolle.

Die FPÖ konnte mit ihren Themen bzw. dem Dauerbrenner Zuwanderung punkten, viele Befragte nannten den blauen Leitsatz – „für die Österreicher“. Dass mit Marlene Svazek eine erst 25 Jahre junge Kandidatin an vorderster Front stand, war für 19 Prozent ein Grund, die Freiheitlichen zu wählen.

„Grün verhindern“

Interessant: Sechs Prozent wollten mit ihrem Kreuzerl bei Blau die Grünen in der Regierung verhindern.

Grün-Wähler schätzten, ähnlich wie jene des derzeitigen Koalitionspartners ÖVP, die „gute Arbeit“ (23 Prozent), jeder Vierte nannte das Wahlprogramm der Ökos als Grund. Bei den Neos waren die Person Sepp Schellhorn sowie die Attribute „frischer Wind“ und „Erneuerung“ ausschlaggebend.

Der Salzburger Finanzskandal, der bei der Landtagswahl 2013 für neue Machtverhältnisse gesorgt hatte, war diesmal „kein echtes Thema mehr“, sagt der Meinungsforscher. Dass die Bevölkerung mit ihrer Landesregierung zufrieden war, sei laut Hajek für Haslauer & Co.  die „halbe Miete“ gewesen: 66 Prozent waren „sehr“ bis „eher“ zufrieden.

"Wertschätzende Basis" mit allen

Bei der Frage, mit wem Haslauer künftig koalieren sollte, wünschen sich 32 Prozent aller Befragten Schwarz-Blau, 27 wollen eine Koalition mit der SPÖ, nur 24 sind für eine Fortsetzung mit den Grünen – diesmal mit den Neos als dritten Partner. 

Haslauer ließ sich seine Optionen am Wahlabend noch offen: er lobte die "menschlich wertschätzende Basis" mit allen Kandidaten und kündigte an, in den nächsten Parteien mit allen zu sprechen.

ÖVP-Chef und Kanzler Kurz, der im Bund mit den Blauen koaliert, gratulierte Haslauer „von ganzem Herzen“ zum „eindrucksvollen Wahlsieg“.