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Politik Inland
02/10/2021

Um die Wette impfen gegen die Mutanten

Die Südafrika-Variante beunruhigt, denn mancher Impfstoff könnte gegen sie weniger wirken. Aber Impfen bleibt der Ausweg – und Österreich rüstet sich mit einem breiten Arsenal gegen das Virus

Die Experten warnen, Astra Zeneca könnte gegen die Südafrika-Variante des Coronavirus wenig wirksam sein.

Daher ist es so wichtig, dessen Ausbreitung entschieden zu bekämpfen. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner kritisierte die Regierung am Mittwoch für zögerliches Handeln in Tirol. „Das ist ein Spiel mit dem Feuer“, sagt die Infektiologin.

Ein wirksamer Impfstoff ist das Um und Auf zur Bekämpfung der Pandemie. Die Impfstoffe werden immer wieder gegen Varianten nachgerüstet werden. Gegen die derzeit in Österreich vorherrschenden Varianten sind die Impfstoffe voll wirksam.

Und die Regierung deckt sich mit einem breiten Arsenal gegen das Virus ein. 30 Millionen Dosen im Wert von 388 Millionen Euro hat Österreich eingekauft. Den Kauf der letzten sechs Millionen (großteils von Moderna) hat die Regierung am Mittwoch bekannt gegeben.

Hier eine Aufstellung der Lieferungen:

452.805 Impfdosen hat Österreich mit Stand Mittwochmittag aus dem EU-Pool angefordert, rund 360.000 sind bereits an die Impfstationen in allen Bundesländern ausgeliefert worden.

313.000 Österreicher sind zumindest einmal mit einem Covid-Impfstoff immunisiert worden, fast 100.000 Österreicher bereits mit der zweiten Dosis vollimmunisiert.

Nach aktuellem Stand werden bis Ende März insgesamt 1.059.435 Pfizer-Dosen verimpft werden können, 196.800 Dosen von Moderna und von Astra Zeneca 340.100 Dosen bis Ende Februar; wie viele Dosen im März kommen, ist noch unklar. Kundige erzählen dem KURIER, dass die versprochenen Liefermengen fast täglich geändert werden, was die Planung erschwert.

313.000 geimpfte Österreicher bisher sind aber nicht einmal drei Prozent der Bevölkerung. Es war zwar immer klar, dass bis Ende März die Impfdosen nur spärlich vorhanden sein werden, Gesundheitsminister Rudolf Anschober konnte am Mittwoch im Ministerrat aber grundsätzlich gute Nachrichten verbreiten: Sein Vortrag vor den Regierungskollegen lief unter dem Titel „Beschaffung zusätzlicher Covid-19 Impfstoffdosen“. Es gebe neue Vorverträge mit zwei weiteren potenziellen Anbietern, erklärte er dort, demnach seien Optionen für 1,9 Millionen Impfdosen von Novavax und 1,2 Millionen von Valneva unterschrieben, beides Impfstoffe, die noch (lange) vor einer Zulassung in der EU stehen. Außerdem wurden zusätzliche Dosen von Moderna geordert, konkret 4,3 Millionen Dosen ab dem Herbst.

Fast 4 Dosen pro Person

„Mit diesen zusätzlichen Dosen würde das österreichische Impfstoffportfolio insgesamt auf eine Summe von circa 30,5 Millionen Impfstoffdosen (bis Ende 2021; Anm.) anwachsen“, berichtet Anschober. Österreich hat derzeit etwa 8,8 Millionen Einwohner, jeder und jede Impfwillige wäre also auch unter Einrechnung der zweiten Dosis ausreichend versorgt.

Allein bis Ende September sollten laut Hochschätzung des Gesundheitsministeriums „kumuliert rund 21,8 Millionen Dosen Impfstoff“ in Österreich eintreffen – natürlich vorbehaltlich, dass die Liefertermine eingehalten und die Impfstoffe alle zugelassen und produziert werden können.

Von den 30,5 Millionen Impfdosen werden nämlich wohl nicht alle eintreffen. Zugelassen und fix bestellt sind bisher nur die Impfstoffe von Pfizer mit 11,1 Millionen Dosen für Österreich, 4,3 Millionen von Moderna und 5,9 Millionen Dosen von Astra Zeneca. Seitens der EU und im Namen aller 27 EU-Staaten gibt es noch Vorverträge mit weiteren fünf Pharmafirmen.

Was das kostet

„Der gesamte Kostenrahmen für 30,5 Millionen Dosen beträgt daher in Summe 388,3 Millionen Euro“, berichtete Anschober weiter. Rechnet man Österreichs EU-Anteil (1,98 Prozent) auf die EU-27 hoch, müssten die EU-Staaten insgesamt knapp 20 Milliarden Euro für Impfstoffe zahlen. Bestätigen wird das allerdings niemand, die Verträge sind großteils nämlich geheim.

Insgesamt hat die EU-Kommission Verträge über die Lieferung von 2,265 Milliarden Dosen unterschiedlicher Corona-Impfstoffe geschlossen. Viel mehr, als die rund 450 Millionen EU-Bürger brauchen. Der Grund für die riesige Bestellung ist, dass bei Vertragsabschluss nicht klar war, wer aller einen brauchbaren Impfstoff liefern können wird. Was übrig bleibt, soll verkauft oder der internationalen Impfallianz COVAX kostenlos zur Verfügung gestellt werden – damit auch ärmere Staaten an Impfdosen kommen können.

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