Politik | Inland 09.05.2018

Strache: "Die Aula war nie ein Organ der FPÖ"

© Bild: APA/GEORG HOCHMUTH / GEORG HOCHMUTH

Laut dem Vizekanzler sind "ein paar Dinge vorgefallen, die uns allen nicht gefallen haben." Einzelne Ortsgruppen-Inserate könne man aber "nie ausschließen".

Die FPÖ und ihre Vergangenheit. Ein Thema, das gerade in dieser Woche - rund um das Gedenken an die Befreiung vom Nationalsozialismus und dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa - im Fokus stand. So sorgte etwa die Rede des Schriftstellers Michael Köhlmeier für Aufsehen, der Bundeskanzler Sebastian Kurz kritisierte und auch zu den Freiheitlichen klar Stellung bezog.Am vergangenen Wochenende gab es dann auch noch eine Diskussion rund um FPÖ-Inserate in der rechtsextremen Zeitschrift Aula.

FPÖ-Klubobmann Walter Rosenkranz erklärte in der ORF-Sendung Im Zentrum, dass die FPÖ in Zukunft keine Inserate mehr in der Aula schalten wird. Mit den teils rechtsextremen und antisemitischen Artikeln der Aula sei die FPÖ nicht einverstanden, sagte Rosenkranz am Sonntagabend: "Wir sind damit nicht einverstanden und vor allem Heinz-Christian Strache ist damit nicht einverstanden." Rosenkranz räumte ein, dass die Aula aufgrund von Artikeln als rechtsextrem und antisemitisch einzustufen ist: "Es sind einige Artikel drinnen gewesen, die das eindeutig darlegen."

Inserate von Ortsgruppen "kann man nie ausschließen"

Strache selbst betonte diese Haltung am Mittwoch im Ö1-Morgenjournal: "Die Aula war nie ein Organ der FPÖ. Die Aula ist über den Akademikerverband entstanden, der schon vor der Gründung der FPÖ existent war. Und ja, es hat all die Jahre immer wieder Interviews, Artikel oder Inserate dort gegeben. Und dann sind ein paar Dinge vorgefallen, die uns allen nicht gefallen haben. Dann haben wir auch keine Inserate mehr geschaltet."

Welche Dinge dies waren, darauf ging der FPÖ-Chef nicht näher ein. Strache sprach lediglich von Beiträgen, "die einfach inakzeptabel gewesen sind. Und daraufhin haben wir auch die Konsequenz gezogen und schalten keine Inserate mehr in der Aula." Aber: "Dass vielleicht da und dort eine Ortsgruppe ein Inserat schaltet kann man nie ausschließen." Strache, der die Aula einst als "unbequem im journalistischen Sinne" bezeichnet hatte, betont jedenfalls, dass er keinerlei Interesse habe, "so etwas mit Inseraten zu unterstützen."

Dass es sich bei der Distanzierung der FPÖ um ein eher junges Phänomen handelt, hat KURIER.at bereits am Montag dokumentiert. Seitens des DÖW hieß es, dass Rosenkranz' Aussage, "seit Jahren" würde zumindest die Bundes-FPÖ in der Aula nicht inserieren, nicht haltbar sei. Immerhin habe noch 2016 das FPÖ-Bildungsinstitut - eine Bundesorganisation - in der Aula geschaltet.

2017 wählte man dann andere Unterstützungsmethoden. So trat etwa der FPÖ-Politiker Georg Mayer, der für die Freiheitlichen im EU-Parlament sitzt und früher Klubchef der FPÖ Steiermark war, als größter individueller Inserent auf (mehr dazu hier). 

( kurier.at , Agenturen , best ) Erstellt am 09.05.2018