Einstiges grünes Führungsduo: Eva Glawischnig, Stefan Wallner

© APA/ROBERT JAEGER

Porträt
03/23/2020

Stefan Wallner: Der Mann hinter Rudolf Anschober

Der ehemalige Caritas-Generalsekretär und Bundesgeschäftsführer der Grünen im Porträt.

von Rudolf Mitlöhner

Seinen Start im neuen Job hat er sich vermutlich anders vorgestellt. Seit Anfang März arbeitet Stefan Wallner als Generalsekretär im Sozialministerium von Rudolf Anschober. Um drei Dinge sollte er sich da vornehmlich kümmern, hieß es ursprünglich: die Pflegereform, die Finanzausgleichsverhandlungen mit den Ländern im Gesundheits- und Sozialbereich und – passend zu einem grün geführten Ministerium – die Öffnung zur sogenannten Zivilgesellschaft.

Das rangiert nunmehr freilich alles unter ferner liefen. Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz ist derzeit de facto ausschließlich Gesundheitsministerium und Rudolf Anschober neben Bundeskanzler Sebastian Kurz und Innenminister Karl Nehammer Corona-Krisenmanager der Republik. Und Stefan Wallner als Generalsekretär die Nummer zwei in der Ministeriumshierarchie.

Generalsekretär war der 1971 in Graz geborene Wallner (ein Onkel war Pfarrer) die längste Zeit  seines Lebens. Zunächst – in ehrenamtlicher Funktion – bei der Katholischen Hochschuljugend Österreichs, einer Teilorganisation der Katholischen Aktion, der quasioffiziellen Laienorganisation der österreichischen Kirche.

Von Raab zu Glawischnig

Von 1995 bis 1998 war er Mitarbeiter der Julius-Raab-Stiftung, einer Einrichtung unter dem Dach der Politischen Akademie der ÖVP; einer der späteren (2011 ff.) Präsidenten der Raab-Stiftung war übrigens Harald Mahrer, heute WKO-Präsident.

Danach, von 1999 bis 2009, wurde er wieder Generalsekretär: diesmal hauptberuflich bei der Caritas. In dieser Zeit erlangte Wallner an der Seite des damaligen Caritas-Präsidenten Franz Küberl Bekanntheit bei einer breiteren Öffentlichkeit. Während dieser Jahre hat er auch sein jetziges Betätigungsfeld, das Sozialministerium, gleichsam von der anderen Seite bestens kennengelernt: in zahllosen Verhandlungen zu einschlägigen Themen.

Für manche überraschend kam dann sein Wechsel in die Politik – wieder als eine Art Generalsekretär, auch wenn es jetzt Bundesgeschäftsführer hieß: zu den Grünen, diesmal als rechte Hand von Bundessprecherin Eva Glawischnig.

Dort konnte er seine Macher- und Managementqualitäten zur Geltung bringen – womit er politisch erfolgreich war, sich aber nicht nur Freunde machte. „Glawischnigs Kickl“ nannte ihn gar eine Zeitung – unter Anspielung auf strategisches Geschick und  intellektuelle Schärfe, die Wallner mit seinem FPÖ-Visavis verbinde; nicht ohne darauf hinzuweisen, dass Kickl – anders als Wallner – in seiner Partei unumstritten sei.

Wie auch immer, 2016 – nach erfolgreich geschlagener Bundespräsidentenwahl – verließ Wallner, wieder überraschend, die Politik und heuerte bei der Erste Group an, wo er den Bereich Brand Management and Company Transformation verantwortete.

Nun hat er es mit einer Transformation zu tun, deren Auswirkungen uns alle täglich in Atem halten.

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