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14.01.2019

SPÖ eröffnet Akademie am Wiener Hauptbahnhof

Neuer Standort, neues Programm: Die SPÖ will das Renner-Institut zum Think Tank machen und spart sich 100.000 Euro Betriebskosten im Jahr.

Die Möbel sind so neu, dass sie noch nach Holz riechen. In manchen Ecken stehen un-ausgepackte Umzugskartons. Und die Küche ist blitzblank wie im Händlerprospekt: Willkommen in der Wiener Karl-Popper-Straße 8, der neuen Adresse des Karl-Renner-Instituts.

Nachdem die SPÖ das Gartenhotel in Altmannsdorf mitsamt dem prächtigen Garten um kolportierte 21 Millionen Euro verkaufen musste, hat die Parteiakademie eine neue Bleibe gesucht – und unweit des Hauptbahnhofes gefunden.

„Wir haben den Rohbau gekauft und konnten ihn nach unseren eigenen Bedürfnissen mitgestalten. Sportliche Besucher sind in 60 Sekunden vom Bahnsteig bei unserer Eingangstür. Vor allem für Gäste aus den Bundesländern ist das ein wesentlicher Vorteil“, sagt Maria Maltschnig, die Geschäftsführerin und Direktorin.

Ab Dienstag ist die Akademie offiziell an dem neuen Standort.

Und neu sind nicht nur Büros und Interieur. Neu präsentiert sich auch die Führung mitsamt der inhaltlichen Ausrichtung. „Das Karl-Renner-Institut soll der Think Tank der Sozialen Demokratie werden“, sagt die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures. Sie ist Präsidentin des Instituts und will die Bildungseinrichtung „noch mehr als bisher für alle Interessierten öffnen“.

Gelingen soll das unter anderem mit einem Lehrgang für „Digitale Zivilcourage“ und einer „Akademie der Jugend“, die sich eingehend mit der Rolle Sozialer Medien und der Inszenierung von Online-Beiträgen beschäftigt.

Laut Maltschnig will das Renner-Institut eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft, institutionalisierter Politik und Gesellschaft sein.

Dazu gehört, dass man 30 PhD-Studenten aus ganz Europa im „Young Academics Network“ unterstützt und ein „Netzwerk Wissenschaft“ aufbaut, in dem Nachwuchs-Wissenschafter zu zukunftsrelevanten Themen wie etwa der Entwicklung der Arbeit forschen.

Laut Maltschnig und Bures wird die Partei-Akademie rund 100.000 Euro im Jahr mehr für die inhaltliche Arbeit ausgeben können als bisher. Denn genau soviel an Betriebskosten erspart man sich durch den Umzug vom 1800 Quadratmeter großen Gartenhotel an den neuen Standort mit rund 800 Quadratmetern.

Doris Bures: "Unsere Demokratie lebt davon, Menschen über demokratische Prozesse zu informieren."