Politik | Inland
19.11.2018

Shitstorm für Kurz wegen Soros-Empfang

Drohungen gegen den Gast des Kanzlers und antisemitische Verschwörungstheorien.

Der demonstrative Empfang, den Sebastian Kurz dem ungarisch-amerikanischen Milliardär, Investor und Philantropen George Soros am Sonntagabend im Bundeskanzleramt bereitet hat, hat seine Wirkung nicht verfehlt.

Freilich nicht - oder zumindest nicht nur - die wohl beabsichtigte Wirkung, nämlich der jüdischen Welt wenige Tage vor der internationalen Antisemitismuskonferenz in Wien einmal mehr die Hand auszustrecken.

Soros-Gegnern und Antisemiten in Österreich geriet wegen des Treffens im Kanzleramt das Blut in Wallung - und auch Kurz bekam in Online-Kommentaren die volle Breitseite ihrer Erregung ab. 

Auf  Twitter sorgte die Meldung über das Arbeitsgespräch zwischen Kurz und Soros für gesalzene Kommentare. Kurz vor Mitternacht hatte der Kanzler am Sonntag eine neutrale Meldung über das Treffen gepostet, kurz drauf ging es schon rund.

Die Bandbreite der Reaktionen auf Kurz' Tweet reichte dabei von harmlosen Kommentaren wie "bitte nicht", "oh no" und "Es ist keine gute Freundschaft" bis hin zu deftigerem wie "halte den Teufel weg von uns", "Wiso verraten sie ihr Volk auf so eine niederträchtige Weise? Sie wissen was die Strafe für Verrat ist?" oder "Worüber haben Sie mit diesem Feind der Menschheit gesprochen?".

Mehrere Poster bezogen sich freilich auch auf die in antisemitischen Kreisen weit verbreitete Verschwörungstheorie, Soros würde mit seinem Geld gezielt Migration nach Europa finanzieren. Eine Theorie, die auch FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus im Frühjahr unterstützt hatte, als er von "stichhaltigen Gerüchten" dafür gesprochen hatte, Soros würde "gezielt Migrationsströme nach Europa unterstützen".

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