Politik | Inland
26.05.2017

Sexismus-Vorwurf: Bezirkspartei stellt Schrage Ultimatum

Bezirkspartei stellt Ultimatum: Bis Montag soll Götz Schrage selbst zurücktreten.

Auf einem Foto hält er zwei Damen in Tangas im Arm, auf einem anderen die rote Wiener Vizebürgermeisterin Renate Brauner. Götz Schrage ist offenbar ein Politiker, der sich gerne einen Spaß daraus macht, mit Anzüglichkeiten zu provozieren.

Mit einem Posting ist der SPÖ-Bezirksrat aus Wien-Neubau aber über das Ziel hinausgeschossen: Elisabeth Köstinger, die neue ÖVP-Generalsekretärin, erinnere ihn an "die jungen Damen der ÖVP Inneren Stadt aus den frühen 80er Jahren, die mit mir schliefen", schrieb er da.

Kurz darauf löschte Schrage den Beitrag und entschuldigte sich – der Shitstorm in den Sozialen Medien war aber nicht mehr aufzuhalten.

Mehrere Politikerinnen meldeten sich empört zu Wort. So postete etwa Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: "Das ist eine derart frauenverachtende Erniedrigung, wie ich sie öffentlich selten erlebt habe. [...] Als Mutter zweier Töchter sage ich: So sicher nicht!"

Auch SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar, die sich mit einer Kampagne im Bundeskanzleramt gegen Cybermobbing einsetzt, verurteilte das Posting als "sexistisch und nicht hinnehmbar".

Die Wiener SPÖ befindet sich jetzt in einem Dilemma, heißt es zum KURIER: "Einerseits müssen wir als Partei zeigen, dass wir es nicht dulden, wenn Frauen in Top-Positionen diffamiert werden, andererseits wollen wir verhältnismäßig bleiben. Schrage ist ein medial ugeschulter Bezirkspolitiker, der sich immer stark für die Partei engagiert hat."

Das Präsidium der SPÖ Neubau entschied am Freitag dann, ihn vorerst nicht aus der Partei zu verbannen, sondern ihm lediglich den Rücktritt "nahezulegen". Bis Montag läuft das Ultimatum.

Die Betroffene selbst will auf den Angriff nicht eingehen, sieht darin aber ihre Linie als neue Generalsekretärin der ÖVP bestätigt. "Es braucht einen neuen Stil im Miteinander", betont Köstinger.