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Politik Inland
12/30/2020

Seniorenbund-Präsidentin forciert Kampf gegen Altersdiskriminierung

Ingrid Korosec fordert einen Paradigmenwechsel. Senioren seien nicht nur ein Kosten- sondern auch ein Wirtschaftsfaktor.

von Elisabeth Hofer

Wenn es darum geht, wie Senioren in Österreich gesellschaftlich wahrgenommen werden, hat die Corona-Krise des Jahres 2020 die Situationen zusätzlich verschlechtert. "Aber auch unabhängig von Corona herrscht immer noch der Gedanke vor, dass Senioren hauptsächlich ein Kostenfaktor sind", erklärt Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes. Tatsächlich sei aber das Gegenteil der Fall: "Wir sind vor allem ein starker Wirtschaftsfaktor", sagt Korosec, selbst 80 Jahre alt. 

Ein Drittel aller Konsumausgaben aus dem privaten Bereich komme von der Generation 60 plus. Von dieser enormen Kaufkraft würden vor allem kleinere Dienstleister profitieren, erklärt Korosec. Insofern werde sie nicht zulassen, dass 25 Prozent der Bevölkerung stigmatisiert werden. 

Mit 70 kein Kredit mehr?

Handlungsbedarf sieht Korosec vor allem beim Thema Altersdiskriminierung und hier besonders im Finanz- und Bankenbereich. "Es ist unglaublich, dass ich mit 70 keinen Kredit mehr bekomme, oder mein Kreditkarten-Limit verkürzt wird", sagt die ÖVP-Seniorenobfrau. 

Diesbezüglich habe man bereits mit dem Bankenverband gesprochen, nun laufe ein Überprüfungszeitraum bis April. "Sollte es zu keiner Lösung kommen, würden wir versuchen, eine gesetzliche Regelung zu finden über eine Erweiterung des Gleichbehandlungsgesetzes. Wir werden hier nicht lockerlassen und haben auch bereits Gespräche mit der Justizministerin geführt.", erklärt Korosec. 

Im Jahr 2021 werd es im Bereich der Pflege auf jeden Fall Verbesserungen geben, vor allem bei der Ausbildung von Pflegekräften, ist sie sicher. Doch noch ein anderer Punkt ist ihr wichtig: "Das Pflegegeld ist überall gleich hoch, aber was man für die Heimhilfe zahlt, ist in jedem Bundesland unterschiedlich. Wir brauchen hier eine Finanzierung aus einer Hand", fordert Korosec. 

So lange wie möglich selbständig

Generell solle der Einzelne so lange wie möglich selbständig sein können. "Sonst pflegt man ihn ins Bett, weil er durch Betreuung unselbständig wird."

Auch beim Thema Altersarbeitslosigkeit fordert Korosec ein Umdenken. "Der Arbeitsmarkt für Ältere ist in Österreich ein Feld, das beackert werden muss. Ansonsten bremst das die wirtschaftliche Prosperität des Landes", sagt sie.  Hier brauche es eine Fülle von Maßnahmen, wie etwa eine "ordentliche Altersteilzeit" oder eine flachere Lebenseinkommenskurve.

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