Politik | Inland
12.06.2017

Schulautonomie: Ländle-Modellregion noch nicht fix

Größte Hürde wird aber vermutlich die überall nötige Zustimmung der Eltern bzw. Lehrer an den einzelnen Standorten sein.

Mit dem neuen Vorschlag der Regierungsparteien beim Schulautonomiepaket werden unter anderem auch Modellregionen zur gemeinsamen Schule ermöglicht. Ob diese aber auch tatsächlich kommen bzw. in welchem Ausmaß, wäre selbst bei einer Einigung mit den Grünen noch lange nicht fix. An jeder betroffenen AHS-Unterstufe müssten nämlich auch Eltern und Lehrer zustimmen.

Zu den Modellregionen gibt es im Regierungsvorschlag im Großen und Ganzen drei Vorgaben: Zunächst dürfen bundesweit nur 15 Prozent aller Schulen einer Schulart die Gesamtschule erproben - also 15 Prozent der AHS-Unterstufen und 15 Prozent der Neuen Mittelschulen (NMS). Derzeit gibt es in Österreich rund 280 AHS-Unterstufen. 42 davon dürfen also insgesamt bei Modellversuchen mitmachen.

Größte Hürde: Zustimmung der Eltern bzw. Lehrer

Außerdem darf eine einzelne Modellregion nicht mehr als 5.000 AHS-Unterstufenschüler umfassen. Das würde etwa eine Modellregion in ganz Vorarlberg (derzeit knapp 4.000 AHS-Unterstufenschüler) ermöglichen. Gleiches gilt übrigens auch für das Burgenland mit knapp 3.500 AHS-Unterstufenschülern. In allen anderen Bundesländern wäre aufgrund dieser Vorgabe keine landesweite Modellregion möglich.

Größte Hürde wird aber vermutlich die überall nötige Zustimmung der Eltern bzw. Lehrer an den einzelnen Standorten sein. Stimmt etwa ein größerer Teil der Schulpartner an den zehn AHS-Unterstufen in Vorarlberg gegen eine Teilnahme an der Modellregion, gibt es ein Problem: Dann kann es zwar eine (kleine) Modellregion geben, aber es würde sich dann eben (wegen der Ausweichmöglichkeiten an die bestehen bleibenden Gymnasien) um keine gemeinsame Schule handeln. Die Modellregion zur gemeinsamen Schule würde dann also ohne gemeinsame Schule stattfinden müssen.